Tankstelle für die Seele

Von Heckflossen inspiriert: Peter Zizka gestaltet Schriftzug der Autobahnkirche Siegerland.



 

Tankstellen für die Seele werden Autobahnkirchen auch genannt. Die 40. wurde jetzt an der A45 bei Wilnsdorf eröffnet. Ein architektonischen Meisterstück der Architekten schneider+schumacher, dynamisch, mit einer spektakulären Empore, die vom Parkplatz des Autohofs Wilnsdorf zum Eingang führt und zwei Türmen, in denen manche schon eine Analogie zu Teufelshörnern sahen.

In Wirklichkeit basiert der kühne Entwurf auf dem berühmten Piktogramm, das auf Hinweisschildern zu den Autobahnkirchen führt und die Kirche selbst in ein solches verwandelt.

Den Schriftzug, der neben der Eingangstür prangt und einen Vers aus dem Psalm 91 zitiert, gestaltete Peter Zizka von der Agentur für visuelle Kommunikation Heine/Lenz/Zizka.

»Er hat seinen Engeln befohlen, dich zu behüten auf allen Wegen«, steht dort und so ungewöhnlich wie die Kirche selbst ist auch die typografische Umsetzung, die Zizka gewählt hat. Er hat den religiösen Inhalt dynamisch interpretiert, den Schriftzug kursiv gesetzt und mit einer linearen Grundlinienachse versehen – und sich dafür von der Heckklappentypografie italienischer Sportkarossen inspirieren lassen.

Autobahnkirchen sind übrigens ein sehr deutsches Phänomen, nirgendwo sonst gibt es ein solches Netz von ihnen. In der Regel privat finanziert, eröffnete die erste 1958 an der A8 im bayerischen Adelsried und bis in die 1980er Jahre folgten lediglich sieben weitere. Ausgerechnet mit der Maueröffnung jedoch gab es einen regelrechten Boom.

Spektakuläres Bauwerk: Die Autobahnkirche im Siegerland

 


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