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Portfolio des Monats: Nils Thomsen

Das Portfolio des Monats der Ausgabe 03.2015.

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Schon seit der Schulzeit ist das Zeichnen von Buchstaben Nils Thomsens Leidenschaft, heute konzipiert der Wahlhamburger komplexe Schriftsysteme. Dazu gehören die Schriftentwicklung für die Süddeutsche Zeitung, an der er während seiner Zeit im Büro ErlerSkibbeToensmann mitgearbeitet hat, und auch seine eigenen Schriften wie die preisgekrönte Meret, die Conto oder Jabana, die so intelligent wie bekannt sind. Seit 2013 veröffentlicht er sie in der eigenen Foundry Nils Types.

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Ich bin Typedesigner, weil: das Zeichnen von Buchstaben seit der Schulzeit meine Leidenschaft ist. Und es noch spannender wird, wenn es darum geht komplexe Schriftsysteme zu konzipieren und entwickeln. Außerdem denke ich, dass die Schrift eines der wichtigsten Kommunikationsmittel ist nach der Sprache.

Design bedeutet für mich: Information sinnvoll und übersichtlich zu vermitteln. Im Idealfall sogar noch ästhetisch zu sein.

Die größte Herausforderung in meinem Job: Die Geduld zu besitzen Dinge zu wiederholen, kontrollieren und mit einem frischen neuen Blick zu betrachten. Daraufhin gegebenenfalls nochmal zu überdenken, und alles abermals wiederholen. Sich nicht in Details zu verlieren, und sie dennoch nicht zu übersehen.

Meine größte Inspirationsquelle: Die Natur und Zeit für mich. Ständiges unterwegs sein, um neues zu erleben und zu entdecken. Abstand. Pausen. Menschen, mit ihren unterschiedlichsten Sichtweisen.

Mein bestes Projekt bisher: Zusammen mit dem Büro ErlerSkibbeToensmann entwarf ich 2012 das Schriftsystem für die Süddeutsche Zeitung. Spannend dabei war der komplexe Anwendungsbereich. Von einfachem Text bis zu großen Headlines und zurück zu schmalen wirtschaftlichen Börsenseiten, wurde eine abwechslungsreiche Schriftfamilie gestaltet.

Mein aktuelles Projekt: Zur Zeit arbeite ich an einem Schriftprojekt für einen national agierenden Computerhändler. Außerdem sind weitere Versionen der Schrift Conto in Produktion, eine sehr moderne Serifenschrift für die Magazingestaltung.

Meine liebste iPhone/iPad-App: Tagesschau-App, Regenradar in Hamburg

Meine größten Helden: der Schriftgestalter Gerard Unger hat mich während meiner Ausbildung fasziniert. Auch bin ich Liebhaber der Schriften von Frantisek Storm.

Mein spannendstes Event der letzten Zeit: Im November war ich auf dem #webfontday in München. Ein eigentlich trockenes Thema wurde von so vielen Seiten beleuchtet, dass es eine wirklich interessante und hilfreiche Veranstaltung war.

Berufsanfängern würde ich auf den Weg mitgeben: Macht was euch gefällt, macht weiter, und weiter, glaubt an euch, schafft eine Persönlichkeit, und das alles mit vollem Herz, nicht was von euch erwartet wird, sondern was ihr wirklich wollt …

 

Übersicht der Schriften
Eine Übersicht der von Nils Thomsen gestalteten und veröffentlichen Schriften. – Bild: Nils Thomsen
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Meret Pro
Meret erschien 2011 über die Schriften-Foundry OurType in Belgien. Sie ist speziell für Zeitungs- und Editorial-Typografie konzipiert. (Erhältlich bei Ourtype und Fontshop) – Bild: Nils Thomsen
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Meret Pro
Meret Schriftmuster. – Bild: Nils Thomsen
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Meret Pro
Außergewöhnliche Formen in der Meret. Vergleich der Aufrechten zur Kursiven. – Bild: Nils Thomsen
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Meret Pro
Meret wird unter u.a. von dem deutschen Magazin Typotopgraphie (siehe oben) und dem amerikanischen wirtschafts Magazin Fast Company (siehe unten) als Textschrift eingesetzt. – Bild: Nils Thomsen
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Jabana
Jabana ist eine handgeschriebene Tafelschrift. Sie ist umfangreich ausgearbeitet und beinhaltet fünf unterschiedliche weiten (Normal, Wide, Extra Wide, Extended, Extra Extendet. Dazu kommen eine Menge Extras, wie z.B. Pfeile, Rahmen, Web Symbole, Kaffe Symbole u.v.m. Sie wurde Anfang 2014 auf MyFonts veröffentlicht. (Erhältlich bei Myfonts) – Bild: Nils Thomsen
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Jabana
Die Idee zur Jabana entstand während eines Bieres in Hamburgs Bars. – Bild: Nils Thomsen
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Jabana
Jabana wurde nach der ersten Veröffentlichung immer weiter ausgearbeitet und kann mittlerweile 40 Schriftschnitte aufweisen. Zudem kommen weitere 12 Extras. – Bild: Nils Thomsen
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Jabana Alt
Jabana Alt ist eine etwas normalere Variante der Jabana. Hier wurden die Versalien etwas gewöhnlicher angelegt. Zudem bestizt die Jabana Alt eine größere x-Höhe in den Kleinbuchstaben. Dies macht sie vielseitiger einsetzbar und besser lesbar. – Bild: Nils Thomsen
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Jabana Extras
Ein besonderes Extra sind die rund 120 Web and App Icons, die mit ihrer handgemachten Optik überzeugen. – Bild: Nils Thomsen
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Jabana Extras
Ein besonders umfangreiches Extra der Jabana sind die Coffee Bar Icons. Dieser Font beinhaltet ca. 250 unterschiedliche Kaffee, Tee, Bier oder Snack Symbole in unterschiedlichsten Varianten. – Bild: Nils Thomsen
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Süddeutsche Zeitung
Nils Thomsen war während seiner Zeit bei dem Büro ErlerSkibbeToensmann maßgeblich an der Entwicklung der Hausschrift für die Süddeutsche Zeitung beteiligt. Es entstand eine Schriftfamilie mit fünf Schriften (SZ Text, SZ Serif, SZ SerifCond, SZ Sans, SZ SansCond). – Bild: Nils Thomsen
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Süddeutsche Zeitung
Schriftmuster der SZ Serif, SZ Sans, SZ Text, SZ SansCond – Bild: Nils Thomsen
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Süddeutsche Zeitung
Die Schriften der SZ im Einsatz. – Bild: Nils Thomsen
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Conto Sans & Conto Slab
Die serifenlose Schrift Conto Sans wurde im September 2014 über MyFonts veröffentlicht. Die kraftvolle und zielorientierte Schrift ist speziell für den »Corporate Design« Bereich gedacht. (Erhältlich bei Myfonts) – Bild: Nils Thomsen
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Conto Slab
Schriftmuster der Conto Slab. Die ersten Ideen zu Conto Schriftfamilie entstanden schon während Nils Thomsens Studium an der Muthesius Kunsthochschule 2005–09. – Bild: Nils Thomsen
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Conto Sans & Conto Slab
Vergleich der Conto Sans zur Conto Slab Regular Italic. – Bild: Nils Thomsen
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Conto Sans & Conto Slab
Schriftmuster der Conto Sans und Conto Slab. – Bild: Nils Thomsen
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Conto Sans & Conto Slab
Die besonderen special Ligaturen machen es einfach schnelle Logos mit der Conto Sans und Conto Slab zu gestalten. – Bild: Nils Thomsen
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Conto Sans & Conto Slab
Die Schriftschnitte der Conto Sans und Conto Slab (Erhältlich bei Myfonts) – Bild: Nils Thomsen
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Bild: Nils Thomsen
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Produkt: PAGE 6.2019 Digital
PAGE 6.2019 Digital
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