Novel Mono

Christoph Dunst überrascht mit einer Monospaced-Variante seiner Novel.



Christoph Dunst überrascht mit einer Monospaced-Variante seiner Novel.

Der in Den Haag geschulte Berliner Schriftdesigner Christoph Dunst hat seiner Schriftfamilie Novel / Novel Sans aktuell eine Monospaced-Variante zur Seite gestellt. Die berechtigte Frage ist natürlich: Wozu braucht es die? Da es sich bei dem Schriftentwurf der Novel um eine ausgesprochen klassisch inspirierte und in ihrer Anmutung auch ziemlich elegante Schrift handelt, scheint eine Version mit Lettern gleicher Breite zunächst völlig unpassend. Die Idee kam indes auch nicht aus eigenem Antrieb, sondern von befreundeten Designern der niederländischen Agenturen Studio Dumbar und Total Identity. Die Gestalter waren einfach neugierig, wie eine solche Schrift mit gleichen Breiten im Duktus der Novel Sans aussehen könnte und wie sich das Grunddesign der Schrift verhält, wenn die klassischen Proportionen verschoben werden. Und wenn zudem der starke Laufweitenkontrast zwischen den Regular -und Italic-Schnitten wegfällt. Dunst hat es nach eigenem Bekunden »einfach mal probiert« und war ziemlich überrascht, wie gut es funktioniert. Hier zeigt sich eben die Stärke in Novels Anlage: Die kalligrafisch angehauchte Schrift ist in ihrer Ausprägung so eigenständig, dass sie die Veränderungen übersteht. Mit Ehrgeiz für den Ausbau zur Superfamilie hat Dunst dann natürlich auch die unübliche Variante kongenial durchgearbeitet.

Nicht jeder Schriftanwender wird das mögen oder ein besonderes Faible für Monospaced haben. Aber man muss der Novel Mono zugestehen, dass sie funktioniert. Und für eine Festbreitenschrift hat sie allemal mehr Charakter als eine Courier oder schnöde Typewriter-Schrift. Insofern besetzt sie eindeutig eine Nische. Für Buchgestalter oder auch Editorial Designer könnte es tatsächlich interessant sein, wenn man eine zusätzliche Ebene einfügen möchte – ohne dabei die Schriftart wechseln zu müssen. Im Übrigen liegen Monos im Moment auch mal wieder im Gestaltungstrend. Eine gute Schrift wächst an ihren Aufgaben (im Auge des Betrachters). Es wäre nicht das Erste mal, dass man sagen muss: Die kommt beim Gebrauch, die Novel Mono!

Interessant ist, dass Dunst mit relativ wenigen Serifen auskommt, um die Räume dicht zu machen. Hier kam die kalligrafische Ausprägung dem Gestalter in fast unerwarteter Weise zu Hilfe. Das r und das i sind einfach klasse! Wunderbar, wie die Lettern im Wort »Marine« mit elegantem Schwung im Wind flattern. Mehr als eine solide Basis haben i und l mit ihren ausladenden Serifen auf Schriftlinie. Neben vielen formal wenig angetasteten Buchstaben, fallen noch M/m und W/w auf, die sich stilvoll zurückziehen, je größer oder fetter sie werden. Hier ist ansonsten natürlich viel diagonales Gebälk auf wenig Platz unterzubringen. Das kann man kaum artgerecht lösen, aber Christoph Dunst hat es auf seine Weise gemeistert. Die Charakteristik der Novel zieht sich nun von der Antiqua über die Sans bis zur Mono durch. Die Fans der Novel können sich über zusätzliche Optionen freuen, die Zweifler an monospaced Fonts haben etwas zum Ausprobieren. So bekommt »Learning by doing« eine ganz neue Bedeutung.

Achtung: In Kürze wird die Familie mit einer Condensed-Variante komplettiert. Dann wir es auch einen speziellen Rabatt für den Erwerb des gesamten Schriftumfangs geben. Falls man sich noch was gönnen möchte zum bevorstehenden Fest.

Links

Christoph Dunst:Büro Dunst

burodunst.com

MyFonts

new.myfonts.com/fonts/burodunst/novel-mono-pro

Fontshop

www.fontshop.com/fonts/designer/christoph_dunst

© Alle Abbildungen: Christoph Dunst, Berlin


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