Buch »Lesbar Schreiben«

In ihrem Buch »Lesbar Schreiben« zeigt Susanne Dorendorff, wie sich ohne Frust die Handschrift verbessern lässt



In ihrem Buch »Lesbar Schreiben« zeigt Susanne Dorendorff, wie sich ohne Frust die Handschrift verbessern lässt

Endlich gibt es ein Buch, das sich mit dem Ursprung, der Gegenwart und der Zukunft der Handschrift befasst – das erste seit 2500 Jahren wie die Autorin Susanne Dorendorff sagt. Dabei geht es keineswegs darum, Schnörkel und Luftsprünge zu malen (zu diesem Thema gibt es unzählige Bücher), sondern um die Problematik des Schreiben lernens.

Es gibt Millionen Schüler mit Schreibangst und ebenso viele Berufs- und Studienabsolventen mit unleserlichen Handschriften. Vor allem aber geht es darum, wie sich die Situation ändern und verbessern lässt. In ihrem Buch »Lesbar schreiben«, das am 18. August erscheint, stellt Susanne Dorendorff ein schlüssiges Konzept zum Schreiben lernen vor und zeigt die von ihr entwickelte KinderAusgangsSchrift (KAS), die Kindern einen einfacheren und besseren Weg des Schreiben lernens eröffnet, als die in den Grundschulen übliche Vereinfachte Ausgangsschrift (VA) mit ihren spitzen, ungefälligen Formen.

Wie viele andere Eltern auch, dachte ich immer: wenn sich die Jungs nur ein bisschen mehr Mühe geben würden, könnten sie auch sauber und lesbar schreiben. Mit diesem Irrtum räumt das Buch genauso auf, wie mit der weit verbreiteten Meinung, man müsse nur den richtigen Füller haben, um eine lesbare Schrift zu entwickeln. Spannend auch der Blick nach China mit seiner Jahrtausende alten Schreibkultur sowie ein Experiment, in dem Susanne Dorendorff alle 27 Klein- und alle 26 Großbuchstaben paarweise zusammengeschrieben hat, von Aa bis Zz – denn die deutsche Sprache besteht ja nicht aus Einzelbuchstaben. Heraus kamen 1431 Zwei-Buchstaben-Verbindungen. Deutschsprachige Kinder müssen also weit mehr lernen, als einfach nur 27 Buchstaben.

Die Idee zu diesem Buch, das man als Handschriftratgeber bezeichnen kann, kam Susanne Dorendorff während ihrer Tätigkeit als Handschriftcoach, die sie jahrelang mit verzweifelten Müttern, Vätern und frustrierten Pädagogen zusammenbrachte: »Die Katastrophe, dass mehrere Millionen Schüler und auch Millionen Erwachsene unlesbar schreiben, dass sich die Schreibkompetenz der Pädagogen immer weiter verschlechtert und dass Kinder zum Arzt geschickt werden, wenn es im Schreibunterricht nicht klappt, wäre nicht eingetreten, hätte sich die Schule jemals entschließen können, richtig hinzuschauen und sinnstiftende Lehrkonzepte zu entwickeln,« spricht die Autorin offene Worte, die hoffentlich an vielen Schulen Diskussionen auslösen. Schön wäre es, wenn das Buch zur Pflichtlektüre an allen Grundschulen und in der pädagogischen Ausbildung würde.

Jüngste Idee der scheinbar recht ratlosen Kultusminister ist, den Kindern nur noch Druckschrift beizubringen. Hallo? Die geometrischen Buchstaben der in den meisten Fibeln verwendeten Futura sind prima geeignet zum Lesen lernen, um das Schreiben zu erlernen ist sie denkbar ungeeignet.

Auch ein Blick auf die Website des Vereins Lesbar schreiben e.V. lohnt. Dort gibt es aktuelle Handschrift-verbessern-Ergebnisse zu sehen und es ist erstaunlich, in wie kurzer Zeit sich eine Menge erreichen lässt.

Susanne Dorendorff: Lesbar Schreiben. Der Weg zur besseren Handschrift. Leipzig (E. A. Seemann) 2010, 96 Seiten, 19,90 Euro. ISBN 978-3-86502-244-8

www.lesbar-schreiben.org

Die VA, die vereinfachte Ausgangsschrift, lädt mit ihren spitzen Formen nicht zum flüssigen Schreiben ein


Deshalb entwickelte Susanne Dorendorff die für Schreibanfänger besser zu erlernende KinderAusgangsSchrift (KAS)


Übungen zum Schreiben lernen: Das Sternchen markiert den Beginn des Buchstabens, die Pfeile in den Schriftzeichen zeigen die Schreibrichtung an

 

Auch die Größe des Stifts ist ausschlaggebend für das Ergebnis

 


Diese – meist von verzweifelten Eltern eingeschickten – Schriftmuster erinnern mich fatal an die Schreibanfänge meiner eigenen Söhne


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