Urban Yards – Signaletik zwischen Geschichte und Gegenwart

Der Gewerbehof Urban Yards in der Berliner Wilhelmstraße verbindet historische Gebäude mit einem zeitgenössischen Neubau. Das Ensemble besteht aus dem ehemaligen Buchgewerbehaus von 1910 und einem ergänzenden Gebäudeteil mit Tiefgarage und mehreren unterschiedlich gestalteten Innenhöfen. Die Signaletik übernimmt hier eine zentrale Rolle: Sie strukturiert den komplexen Gebäudeverbund und macht zugleich die Geschichte des Ortes sichtbar.

Über Jahrzehnte hinweg war der Standort von produktiver Vielfalt geprägt. In den historischen Gebäudeteilen wurden Bücher gebunden, Setz- und Schreibmaschinen gefertigt, Klaviere gebaut und Pralinen hergestellt. Diese früheren Nutzungen bilden die gestalterische Grundlage des Leit- und Orientierungssystems.

Anstatt Geschichte nur zu benennen, übersetzt die Signaletik sie in grafische Elemente. Den Etagenziffern und Übersichtstafeln an den Zugängen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie übernehmen nicht nur eine Aufgabe der Orientierung, sondern fungieren als visuelle Identifikationspunkte. Jedes Element ist mit einem eigenen grafischen Muster versehen, das sich auf eine der historischen Produktionsformen bezieht.
So stellen die Etagenkennzeichnungen und Schilder eine emotionale Verbindung zur Vergangenheit her.

Das Ergebnis ist eine Signaletik, die Funktionalität und Atmosphäre miteinander verbindet. Die Urban Yards zeigen, wie Signaletik zu einem vermittelnden Element werden kann – zwischen Architektur, Geschichte und einer guten Arbeitsumgebung.