Schönste Bücher aus aller Welt: Die Gewinner 2019

Im letzten Jahr wurde die Stiftung Buchkunst harsch kritisiert, jetzt stehen die Gewinner ihres renommierten weltweiten Wettbewerbs 2019 fest.



Das letzte Jahr war kein gutes für die Stiftung Buchkunst. Die Gewinner ihres renommierten Wettbewerbs Die schönsten deutschen Bücher wurden mancherorts als »mittelmäßig« befunden, es folgte ein offener Brief führender deutscher Designer.

Sie kritisierten, dass die Stiftung das schöne Buch »als marktgerechtes Erbauungsaccessoire mit Renditepotenzial« missverstehe. Und eher wie ein Interessenverband der Druck- und Verlagsindustrie agiere anstatt spannende buchgestalterische Diskurse zu fördern.

Auf den offenen Brief folgte eine Diskussion auf der Buchmesse und angeregte Branchen-Auseinandersetzungen.

Ist der Konflikt zwischen »Kunst« und »Kommerz« in diesem Jahr behoben? Die Vorauswahl und die fünfköpfige Jury stehen auf jeden Fall dafür.

Zu ihr gehören Ricardo Báez, Grafikdesigner aus Venezuela, Valeria Bonin, Zürcher Gestalterin bei Bonbon, Sascha Fronczek, Buchgestalter aus Karlsruhe, der schwedische Grafikdesigner Simon Hessler und sein Niederländischer Kollege Rob van Hoesel.

Aus den mehr als 600 Einsendungen aus 34 Ländern, die alle zuvor in nationalen Wettbewerben in ihrem jeweiligen Heimatland prämiert wurden, zeichneten sie folgende 14 Bücher aus:

Der Hauptpreis Goldene Letter ging an das Buch Amsterdam Stuff aus den Niederlanden, gestaltet von Willem van Zoetendaal.

Die Publikation dokumentiert, wie die Stadt Amsterdam die Großbaustelle für die neue U-Bahn archäologisch begleitet und mehr als 700.000 Funde erfasst. Sie reichen von der Urzeit bis ins 20. Jahrhundert.

Die Jury begründete ihre Wahl: »So steht im Kapitel „Nahrungsmittelzubereitung und Verzehr“ die Forke aus der Zeit um 1800 auf derselben Doppelseite wie die Pommesgabel aus dem ausgehenden 20. Jahrhundert. Für seine 600 Seiten ist der Foliant dank des Dünndruckpapiers gut handhabbar. Das Durchscheinen des Papiers hat Charme: Es erinnert an das Prinzip der Schichten, die der Archäologe während der Ausgrabung identifiziert. Minutiös freigestellte Abbildungen werden gattungsweise in einen Bildspiegel von 5 mal 7 Quadraten pro Seite eingestellt. Je nach Form darf ein Objekt auch mehr Raum beanspruchen. So entstehen perfekt sortierte Schautafeln eines faszinierenden Sammelsuriums. (…).«

Alle weiteren 13 Gewinner sind in unserer Bildergalerie zu sehen – darunter die Goldmedaille für Robert F. Kennedy Funeral Train – The People‘s View, ebenfalls aus den Niederlanden und gestaltet von Jeremy Jansen oder die Silbermedaillen, die an Die Kraft des Alters – Aging Pride und Anne Frank House gingen.

Die Preisverleihung (22. März um 16 Uhr) mit umfassender Ausstellung (21. bis 24. März) aller eingereichten Titel findet während der Leipziger Buchmesse statt.

 


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