Memoryloops zum NS-Terror

Wohl erstmals kommt ein Denk- bzw. Mahnmal für die Opfer des NS-Terrors in Gestalt einer Website daher – ab heute unter www.memoryloops.net.



Wohl erstmals kommt ein Denk- bzw. Mahnmal für die Opfer des NS-Terrors in Gestalt einer Website daher – ab heute unter www.memoryloops.net.

Erschreckende und erschütternde Zeugnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus in München hat die Künstlerin Michaela Melián für »Memory Loops« zusammengetragen. Die Berichte – hervorragend teils von Kindern teils von erwachsenen Schauspielern gesprochen – lassen sich bei einem virtuellen Gang durch die Stadt genau an den Orten anhören, wo die geschilderten Ereignisse einst stattfanden. So wird Geschichte lebendig und lagert sich wie eine zweite Zeitebene über Häuser und Straßen der Gegenwart.

Die Artdirektion der Website und der in München für das Projekt gestarteten Plakatkampagne übernahm Markus Weisbeck von der Frankfurter Designagentur Surface, realisiert wurde die Site von Stefan Ammon von MESO Web Scapes, ebenfalls Frankfurt.

Das Interface erlaubt zwei Formen der Navigation: Entweder bewegt man sich über den Michaela Melián gezeichneten Stadtplan und wählt die als blaue Kreise gestalteten Loops oder man trifft eine Auswahl über ein Verzeichnis von Straßennamen. Die Tonspuren lassen sich herunterladen und als personalisierte MP3-Tracklist speichern, die einen auch bei einem realen Gang durch die Stadt begleiten kann. 

Neben der Flash-basierten Website wird das Konzept der Location-Based-History aber ebenfalls in einer mobilen Variante umgesetzt, über die sich die jeweiligen Tonspuren über iPhone & Co. direkt vor Ort abrufen lassen. Oder man tut’s ganz altmodisch analog: Im Stadtraum stehen ab Mitte nächsten Monats auf Schildern Telefonnummern, über die man die Tonzeugnisse zum jeweiligen Ort zum Ortstarif anhören kann.

Mitte Oktober soll dann noch eine iPhone-App folgen, die neben den Stimmencollagen einen Stadtplan enthält, der es erlaubt, die einzelnen Stationen per GPS anzusteuern.

»Memory Loops« ist ein Projekt des Kulturreferats der Landeshauptstadt München / Freie Kunst im öffentlichen Raum in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst.


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