Mehr als nur sitzen: 50 Jahre Stuhldesign

Kann ein Stuhl mehr als ein Stuhl sein? Natürlich! Das zeigt jetzt eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe.



Kann ein Stuhl mehr als ein Stuhl sein? Natürlich! Das zeigt jetzt eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe.

Sitzflächen aus Kuscheltieren, zur Seite geknickte Beine, eine Sitzschale, die Schlingpflanzen nachempfunden ist – oder gewellter Pappe: 100 Stühle hat das Museum für Kunst und Gewerbe aus der eigenen Sammlung zu der Schau »Ideen sitzen« zusammengestellt – und der Stuhl kann dabei alles sein: politisches Statement, gestalterische Trotzreaktion, Ökopionier oder kühne Geschäftsidee.

Ein opulenter und ideenreicher Augenschmaus wie Alessandro Mendini 1978 einen historisch verschnörkelten Sessel mit modern gemustertem Stoff überzog, die Holzverzierung gleich mitüberpinseln ließ und das ganze »Proust’s Sessel« nannte. Joris Laarman hingegen empfand in seinem »Bone Chair« 2006 das menschliche Gerippe in Aluminium nach, Fernando und Humberto Campana lassen den Gast auf zusammen genähten Stoffpüppchen Platz nehmen lassen und Vladi Rapaport auf einem Polyester-Totenkopf mit passendem Gehirn-Hocker, um die Füße darauf aufzulegen.

Stühle, Fauteuils und Sessel als Idee, als Königsdisziplin der Designer und als Objekte, die immer mal wieder haarscharf an der Benutzbarkeit vorbeischrappen. Stefan Wewerkas »Classroom Chair« mit seinen dynamisch gebogenen Beinen ist auf jeden Fall eher zum Gucken als zum Sitzen da, auf Tord Boontjes »Petit Jardin« mit seinen floral geschnittenen Stahlblech kann man vielleicht gerade mal kurz Platz nehmen und sich auf dem schmalen »Floris« von Günther Beltzig vorsichtig anlehnen. Staunen aber kann man allemal.

bis zum 13. März 2011.

Foto oben: Stefan Wewerka, »Classroom Chair«, Foto: Jörg Arend/Maria Thrun


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