Klagemauern in Frankfurt am Main

Amnesty International, Leo Burnett und der Street Artist Dan Witz machen mit einer gruseligen Aktion auf zu unrecht verhaftete Menschen aufmerksam und fordern deren Freilassung.



Bild AI Klagemauern


Wer dieser Tage in Frankfurt am Main an einer Mauer vorbeikommt, wird sich eventuell ziemlich erschrecken. Amnesty International hat zusammen mit dem New Yorker Street-Artist Dan Witz Gebäudefassaden und andere Mauern in Klagemauern verwandelt.

»In vielen Ländern versuchen Machthaber, Menschen hinter Gefängnismauern mundtot zu machen. Mauern sind ein Symbol für Unterdrückung und Gewalt. Amnesty International setzt sich seit über 50 Jahren für zu unrecht verhaftete Personen ein und nutzt nun Mauern, um auf die Schicksale von acht Menschenrechtsaktivisten hinzuweisen, die ungerechter Weise ins Gefängnis gesperrt wurden oder drangsaliert und bedroht werden, um sie zum Schweigen zu bringen.«, sagt die Organisation. Zu diesen Menschen zählen Nasrin Sotoudeh, Strafverteidigerin in Iran, Liu Xiaobo und Liu Xia, Friedensnobelpreisträger in China, oder Halil Sayda, türkischer Menschenrechtsaktivist.

Der Künstler Dan Witz fotografierte für das Projekt zunächst Kellerfenster und Schächte. Danach setzte er hinter die Gitteroberfläche Bilder von inhaftierten Personen, die nur schemenhaft zu erkennen sind. Diese Bilder verwandeln jetzt Frankfurter Häuserwände, Brückenpfeiler und Mauerwerke in Gefängniszellen, hinter denen sich acht reale Schicksale aus acht unterschiedlichen Ländern verbergen.

Neben den Artworks befinden sich Sticker mit QR-Codes und URLs, die Gerechtigkeit für die inhaftierten Personen fordern. Auf der Webseite – zum Beispiel Justice-for-Halil.com – erfährt man mehr über die Hintergründe, die Verhafteten und ihre Schicksale. Die Besucher der Webseite werden aufgefordert, Nachrichten an einer virtuellen Klagemauer zu hinterlassen – und damit Teil einer großen Petition zu werden, die am Ende an die jeweiligen Regierungsverantwortlichen weitergeleitet wird. Eine Übersichtskarte auf der Webseite zeigt, wo in Frankfurt die einzelnen Bilder zu finden sind.

Bei der Aktion wurde Amnesty International von der Frankfurter Agentur Leo Burnett unterstützt.


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