Leipzig. Fotografie seit 1839

20110227 - 20110515

Leipzig
Ausstellung
www.leipzig-fotografie.com

 
Mit der Erfindung der Daguerreotypie hat sich die Fotografie in Leipzig schnell etabliert.



Mit der Erfindung der Daguerreotypie hat sich die Fotografie in Leipzig schnell etabliert. Bis heute – über 170 Jahre später – kann das Medium nicht nur auf eine reiche Geschichte in der Stadt verweisen, sondern auch auf eine fotografische Produktivität und Vielfalt, die einzigartig ist. Arbeiten von 200 Fotografinnen und Fotografen regen an, über die spezifischen Eigenarten der Fotografie nachzudenken und die ungebrochene Wirkung der Fotografie zu erleben.

Im GRASSI Museum für Angewandte Kunst sind die Anfänge der Fotografie und ihre Entwicklung bis ins frühe 20. Jahrhundert zu sehen. Die rasante Entwicklung der Fotografie zum (Ab)bildmedium des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts wird nachvollziehbar – zum Beispiel am Wandel vom Unikat, der Daguerreotypie, zum Massenprodukt, der unbeschränkt reproduzierbaren Papierfotografie. Seltene frühe Arbeiten von unbekannten Wanderdaguerreotypisten sind ebenso zu entdecken wie die Werke aus Leipziger Fotografenateliers, die sich seit 1842 gründeten.

Im Stadtgeschichtlichen Museum sind Fotografien vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Mauerbau 1961 ausgestellt. Seltene Fotodokumente kommen zur Ansicht. Die rege Bautätigkeit in den 1920er Jahren bot Anregungen für zahlreiche Architekturfotografen wie das Atelier Hermann Walter, Anton Blaschke oder Heinrich Kirchhoff. Die Bildwelt der Zeit des Nationalsozialismus ist nur rudimentär überliefert, wird aber anhand einiger herausragender Beispiele vorgestellt. Die berührende Schlichtheit, mit der Karl-Heinz Mai aus seinem Invalidenrollstuhl heraus Menschen und Alltag in der Nachkriegszeit dokumentierte, wird ebenso hervorgehoben wie das Wirken der Vertreter der „action fotografie“, Friedrich Otto Bernstein, Wolfgang G. Schröter sowie Roger und Renate Rössing, die für ästhetische Durchbrüche und die frühen DDR-Entwicklungen stehen.

Der Ausstellungsteil im Museum der bildenden Künste umfasst von 1961 bis heute ein besonders vielfältiges Kapitel der Fotografie in Leipzig. Nach dem Mauerbau haben eine Vielzahl von Fotografinnen und Fotografen die Auswirkungen der Misswirtschaft ausgiebig dokumentiert und die Arroganz der Macht ins Bild gerückt. Stagnation und allgemeines Unbehagen lassen sich in den Bildern von Magrit Emmrich, Markus Hawlik, Thomas Kläber, Peter Langner und vielen anderen ausmachen.

Dass es zu einer selbstbewussten Entwicklung in der Fotografie kommen konnte, ist nicht zuletzt dem Wirken von Lehrern wie Evelyn Richter und Arno Fischer an der HGB in Leipzig zu verdanken. Sie konnten Studenten wie Tina Bara, Bertram Kober und andere zu eigenständigen Arbeiten motivieren und durch ihre eigene kritische, offene Haltung überzeugen.


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