Triad expandiert

… und eröffnet Dependance in Shanghai.



… und eröffnet Dependance in Shanghai.

»Deutsches Design, Chinesisch formuliert« – unter diesem Motto hat Triad China seine Arbeit in Shanghai aufgenommen hat. Als eine der ersten Aufgaben, die das 5-köpfige Team bearbeiten wird, steht ein Projekt mit der EXPO-Nachfolgegesellschaft und der Stadt Tieling an. Im Norden Pekings soll ein Themenpavillons für eine junge Zielgruppe so weiterentwickelt werden, dass die nächste Generation für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert und aktiv wird. Zudem seien drei weitere Großprojekte in Planung, so Triad. Geführt wird die Dependance von Fabian Schludi, General Manager Triad China.

Was Team in China erwartet und warum deutsche Experten für Kommunikation im Raum verstärkt nach China expandieren, darüber sprach PAGE mit Lutz Engelke, Geschäftsführer Triad Berlin/Triad China.

PAGE: Triad in Shanghai – warum?


Lutz Engelke: Das Expo-Projekt Urban Planet war unser Eintrittsticket in den chinesischen Markt. Mit dem Government-Projekt konnten wir Szenografie at its best zeigen und haben dabei viele Partner aus der Politik, Kultur und Wirtschaft kennengelernt. Dieses Netzwerk wollen wir jetzt nutzen und vertiefen.

 

Warum sind Sie nicht direkt nach der Expo mit einem Büro in Shanghai durchgestartet?


In China braucht man einen langen Atem. Wir mussten einfach vier Jahre investieren, um das Land kennenzulernen und die Expo-Kontakte zu einem wirklich tragfähigen Netzwerk auszubauen. Diese Jahre waren aber auch eine der interessantesten Lernerfahrungen für das Team und mich. Das China-Bild, das wir hatten, hat sich durch die persönlichen Begegnungen geändert. Die Direktheit, Freundlichkeit, Herzlichkeit, und Nachdenklichkeit der Menschen hat viele überrascht und natürlich die Geschwindigkeit, mit der sich hier eine dritte Moderne gerade entwickelt.

 

Gibt es kulturelle Aspekte, die Sie beachten müssen, wenn Sie Projekte angehen?


Es gibt verschiedene Punkte, die man beachten muss. Zum Beispiel sind die dramaturgischen Regeln hier anders. Dinge, die in Deutschland – sagen wir mal – dem Prinzip 1-2-3-4 nach erzählt werden können, müssen in China nach der Regel 2-4-1-3 angeordnet werden.

 

Haben Sie ein Beispiel?


Beim Expo-Pavillon Urban Planet war den Chinesen der Zusammenhang zwischen den fünf Elementen sehr wichtig, er sollte wie eine große Meta-Klammer die verschiedenen Inhalte verknüpfen. Aber die Reihenfolge der Elemente wäre für uns eigentlich egal gewesen. Wir hätten z. B. erst Wasser, dann Feuer und umgekehrt darstellen können. Für Chinesen hat es aber eine wichtige Bedeutung, wie die fünf Elemente aufeinander wirken. Man muss Kultur lesen können, um sie zu verstehen. Das braucht seine Zeit.

 

Eintrittsticket nach China: Der Urban Planet-Pavillon auf der Expo in Shanghai

 

Mit welchen Partnern arbeitet Triad nun in China zusammen?


Mit der Stadt Qinhu. Hier haben wir unser erstes Post-Expo-Projekt entwickelt: ein Besuchererlebniszentrum im Qinhu Wetland Park, das auf 4500 Quadratmetern und über drei Etagen die biologischen und ökologischen Aspekte von Feuchtgebieten präsentiert. Das ist neben dem Urban Planet unser momentanes Vorzeigeprojekt. Es wurde im April 2011 eröffnet. Weitere Partner sind die Vanke Group und Modern Green. Mit der Vanke Group realisieren wir gerade ein Projekt, das ebenfalls das Thema Ökologie behandeln wird.

 

Nach den Auftraggebern zu urteilen, gilt Triad in China als Experte für Nachhaltigkeitsthemen.


Sicher, mit den Themen Urban Planning, Ökologie und Nachhaltigkeit haben wir uns seit der Expo im chinesischen Markt etabliert.

 

Erst Atelier Markgraph, nun Triad – seit der Expo in Shanghai scheinen deutsche Experten für Kommunikation im Raum China als Markt für sich entdeckt zu haben. Warum ist das Land so besonders spannend für sie?

 

Nicht nur Markgraph und Triad sind in China aktiv. Es gibt einige deutsche Büros, die seit Jahren hier arbeiten und die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht haben. Die Expo hat dem Ganzen nur noch einmal einen Schub gegeben. Viele haben hier eine Vision entwickelt, einen neuen Horizont für ihre Arbeit entdeckt. In China können wir Projekte umsetzen, die man in Europa nicht realisieren könnte.

 

Inwiefern?

 

Die Größe der Projekte, die Geschwindigkeit und Qualität, mit der man sie umsetzt, sind enorm. Ein Museum von 5000 Quadratmetern innerhalb von 15 Monaten zu entwickeln und zu eröffnen – das geht in Deutschland nicht, auch nicht in Europa.

 

Im April eröffnet: Besuchererlebniszentrum in Qinhu

 

Nun zum Triad Büro in Shanghai: Mit welcher Mannschaft starten Sie?

 

Triad China Ltd. ist ein kleiner, feiner Anfang in einem neugebauten loftähnlichen Büro im Kreativquartier „Bridge 8“. Das liegt direkt neben der French Concession. Hier arbeiten fünf Experten für Kommunikation, Grafik und Design miteinander, davon sprechen drei chinesisch. Wir wollen die Triad-Truppe aber auch noch von chinesischer Seite verstärken.

 

Konzentrieren Sie sich zur Zeit auf China oder haben Sie auch noch andere internationale Projekte, an denen Sie gerade arbeiten?

 

Wir entwickeln gerade ein großes Science Center in Riad. Das ist kulturell gesehen eine ganz andere Welt. Aber die Erfahrung in China hat uns gezeigt, es geht alles, man muss nur Geduld haben und offen auf die Menschen zu gehen, dann ist der kulturelle Lerneffekt ungeheuer.


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