Melancholische Maniküre: »Agua Viva« blickt ins Nagelstudio

Nach der gefeierten Animation »Agua Viva« von Alexa Lim Haas wird der nächste Besuch in einem Nagelstudio ein anderer sein.



In der PAGE 03.2019 berichten wir über die Animation »Agua Viva«, die Alexa Lim Haas, eine Filmemacherin aus Brooklyn, schrieb, inszenierte und animierte.

Die Figur der Migrantin MeiMei, die aus China nach Miami, Florida kommt, ist an ihre philippinische Tante angelehnt, die als Haushälterin gearbeitet hat. Deren Sprachlosigkeit auch.

In wunderbaren Bildern, die zwischen Vor- und Hintergrund und feinen und dicken Linien changieren und mit Kalligrafietinte, Wasserfarben, Buntstiften und Pastellkreiden gezeichnet sind, beschreibt der Film das einsame Leben MeiMei’s in der fremden Welt.

Mitreißend ist der genaue Blick für Atmosphäre und Interieur, berührend die Melancholie, die durch die Bilder weht – und beschränkt man sich ganz auf den Text, liest dieser sich wie ein Gedicht.

Aber es gibt auch mal einen spitzen Seitenhieb. Wenn eine junge Kundin mit feministischem T-Shirt zur Pediküre kommt, das eine weibliche Zukunft propagiert.

Und am Ende, wenn die zärtliche chinesische Musik erklingt, weiß man, dass man bei seinem nächsten Besuch in einem Nagelstudio anders auf die asiatischen Frauen dort blicken wird …

Die Filmemacherin Alexa Lim Haas:


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