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Serifenlose Forley: Klar, eigenständig und alles andere als neutral

Was ist es eigentlich, was eine Schrift gut lesbar macht? Das fragte sich der Brand- und Typedesigner Jörg Hemker. Ergebnis seiner Überlegungen ist die große Schriftfamilie Forley.

Forley sollte keine weitere neo-klassizistische oder nostalgische Grotesk werden. Davon gibt es gerade sehr viele. Sie sollte zeitgenössisch sein, aber nicht einem aktuellen Stil folgen. Klar, aber nicht neutral. Eigenständig, ohne beim Lesen ständig auf sich aufmerksam zu machen. Mehrere Jache arbeitete Jörg Hemker an der Forley immer mit der Frage im Hinterkopf, was ein Schrift gut lesbar macht. »Wir lesen nicht Buchstabe für Buchstabe. Zuerst sehen wir Formen, Abstände und Muster, aus denen Wörter entstehen«, so der Typedesigner. »Deshalb reicht es nicht, einzelne Zeichen nach vermeintlichen Regeln der Leserlichkeit zu optimieren. Sie müssen unterscheidbar sein, aber vor allem miteinander funktionieren. Oder etwas verkürzt: Type is imaging of words, not of letters

Daraus entstand der Rhythmus der Forley. Unterschiedliche, offene Formen, bewusst gesetzter Kontrast und eine weniger mechanische Konstruktion helfen bei der Unterscheidung. Gleichzeitig geben genau diese Unterschiede der Schrift ihren Charakter. »Das war mir wichtig, weil Leserlichkeit für mich nicht Neutralität bedeutet. Im Gegenteil. Wenn man Buchstaben immer weiter vereinheitlicht, nimmt man ihnen irgendwann genau die Merkmale, an denen wir sie erkennen.«

Deshalb gibt es Forley auch nicht einfach nur in verschiedenen Gewichten und Breiten. Die Varianten Display, Text und Micro reagieren auf unterschiedliche Bedingungen des Lesens. In kleinen Größen werden Formen offener und robuster, Details eindeutiger. In großen Größen kann die Schrift feiner und expressiver werden. Die Optical-Size-Achse verbindet diese Bereiche innerhalb des Variable Font.

So ist am Ende eine ziemlich große Familie entstanden, die Lesbarkeit nicht als Neutralität, sondern als Zusammenspiel von Form, Rhythmus und Tonalität denkt: drei variable Achsen für Optical Size, Width und Weight und 150 statische Schnitte. Nicht weil 150 Schnitte das Ziel waren, sondern weil sich die unterschiedlichen Anwendungen aus dem System ergeben haben.

Forley

Sie ist für langes Lesen konzipiert. Ausgewogene Proportionen, offene Formen und subtile Kontraste unterstützen einen gleichmäßigen und natürlichen Lesefluss. Ob im Druck oder auf dem Bildschirm – die Schrift bewahrt auch in längeren Textpassagen ihre Klarheit und ruhige Struktur.

Forley Micro

Die Micro Version ist für extrem kleinen Text optimiert. Offene und stabile Formen sorgen für Klarheit in Fußnoten, Bildunterschriften und dichten Layouts. Sorgfältig abgestimmte Proportionen und Kontraste verhindern, dass Buchstaben ineinanderfließen, und gewährleisten so auch auf Bildschirmen mit hoher Pixeldichte einen scharfen, gut lesbaren Text.

Forley Display

Sie wurde für ausdrucksstarke Typografie entwickelt. Ihre selbstbewussten Formen und raffinierten Proportionen sorgen für eine starke Präsenz in Überschriften und großformatigen Kompositionen. Sorgfältig kontrollierte Kontraste und Details gewährleisten Klarheit und verleihen der Schrift gleichzeitig eine unverwechselbare Ausdruckskraft in größeren Schriftgrößen.

Forley Variable

Der Variable Font vereint Display, Text und Micro in einem einzigen, flexiblen Schriftsystem. Die Achsen für Strichstärke und Breite ermöglichen fließende Einstellungen, die sich nahtlos an unterschiedliche Kontexte und Schriftgrößen anpassen. Von ausdrucksstarken Überschriften über angenehmen Fließtext bis hin zu fein abgestimmter Mikrotypografie bewahrt die Schrift einen konsistenten Rhythmus, Klarheit und Charakter – sowohl in digitalen als auch in gedruckten Umgebungen.

Die ganze Schriftfamilie von Jörg Hemker zeigt Haltung ohne laut zu werden und trägt dauerhaft sowohl in redaktionellen wie in markenprägenden Kontexten.

Erhältlich ist Forley über MyFonts, Einzelschnitte gibt es für gut 40 Euro.

 

 

 

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