Bestes niederländisches Typohandwerk: Schriftfamilie Merwede Sans
Die soeben erschienene Schriftfamilie Merwede Sans bietet vielfältige Möglichkeiten für anspruchsvolle Typografie, zum Beispiel musikalische Akkordsymbole.

Bei der niederländischen Foundry Bold Monday gibt es jetzt die langerwartete Begleitung zur Serifenschrift Merwede: Merwede Sans. Sie knüpft an die durchdachten und sorgfältig ausgearbeiteten Designideen an, die Typedesigner Titus Schulz in seiner Merwede umgesetzt hat – eine Schriftfamilie, die er 2024 speziell für elegante Buchtypografie und Notenschrift entwickelte.

Die humanistische Sans Merwede Sans weist viele Gemeinsamkeiten mit ihrer Serifen-Schwester auf, beispielsweise Proportionen, Formen und die charakteristische Struktur echter Kursivschriften. Die kursiven Großbuchstaben sind um einen Grad weniger geneigt als die Kleinbuchstaben, so erwecken sie nicht den Anschein, sich an diese anzulehnen. Im Vergleich zur Merwede bietet Merwede Sans zusätzlich die Schriftstärken Light und Extra Bold, so entsteht ein vielseitiges Set für anspruchsvolle Texttypografie.


Merwede Sans Firm ist nur minimal fetter als Merwede Sans Regular und kommt besonders dann zur Geltung, wenn man entweder einen etwas prägnanteren Eindruck hinterlassen möchte oder eine feine Abstufung zwischen den Schriftstärken erforderlich ist. Alle Schnitte haben die gleiche Zeichenbreite, sodass beim Wechsel der Schriftstärke kein Textumbruch nötig ist.
Ein umfangreicher Satz an OpenType-Features rundet Merwede Sans ab: Ligaturen, verschiedene Ziffernsätze, Pfeile und – was in Textschriften eher selten ist – musikalische Akkordsymbole.


Der niederländische Typedesigner Titus Schulz wuchs in einem Umfeld auf, in dem Typografie zum Alltag gehörte. Sein Vater war Grafikdesigner und schon als Jugendlicher nutzte Titus die übrig gebliebenen Buchstaben von den Letraset-Bögen seines Vaters, um typografische Kompositionen auf Papier zu erstellen.

Sein frühes Interesse an Buchstabenformen zeigt sich in einem alternativen Symbol, das er im Alter von 13 Jahren für das »Größer-Gleich-Zeichen« (≥) entwarf, bei dem er die untere horizontale Linie parallel zur unteren Diagonale verlaufen ließ. Schulz studierte an der Kunstakademie Arnheim, heute ArtEZ, wo er noch lernte, die humanistische Kursivschrift mit einem Kalligrafiestift zu schreiben. Unter der Anleitung von Lehrern wie Karel Martens, Stephan Saaltink und Peter Muller machte er seine ersten Schritte im Schriftdesign und in der Buchtypografie. Nach einer langen Karriere als Grafikdesigner beschloss Titus Schulz, seine Erfahrung als Buchgestalter zu nutzen, um seine erste Serifenschrift zu entwerfen. Das Ergebnis war Merwede, eine perfekt lesbare Textschrift, ein echtes Arbeitstier in den Strichstärken Regular, Firm, Medium und Bold plus passende Kursive.
Merwede und Merwede Sans passen natürlich hervorragend zusammen, lassen sich aber ebenso gut auch jede für sich einsetzen. Einzelschnitte kosten jeweils rund 60 Euro, die Merwede Sans Familie zirka 500 Euro, die komplette Merwede Famile etwa 400 Euro. Lizensieren kann man sie bei Bold Monday.

Das könnte dich auch interessieren