Google erfasst deutsches WLAN-Netz

Mal wieder Google. Die Datenschutzbeauftragen von Hamburg und des Bundes kritisieren das Abscannen des WLAN-Netzes beim Erfassen der Strassenansichten mit den Google StreetView-Fahrzeugen in Deutschland. Die Privatspähre sei gefährdet. Sollten Sie nun sofort Fenster schließen und alle Stecker ziehen?



Mal wieder Google. Die Datenschutzbeauftragen von Hamburg und des Bundes kritisieren das Abscannen des WLAN-Netzes beim Erfassen der Straßenansichten mit den Google StreetView-Fahrzeugen in Deutschland. Die Privatspähre sei gefährdet. Sollten Sie nun sofort Fenster schließen und alle Stecker ziehen?

Offenbar nur durch Zufall hat der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar, von einer anderen europäischen Datenschutzbehörde erfahren, dass die Google StreetView-Fahrzeuge nicht nur mit einer Rundumkamera ausgestattet sind, welche schon genug Kontroversen aufgeworfen hat. Gleichzeitig ist ein WLAN-Scanner an Bord, der die geschäftlichen, öffentlichen und privaten WLAN-Sendestationen aufspürt und Daten dazu speichert.  
Google hatte im April 2009 auf Forderung der Datenschutzbeauftragen im Zusammenhang mit der StreetView-Kamerafahrten und des Dienstes verbindliche Zusagen gemacht, welche die Informationsfreiheit des Einzelnen stärken sollten. Unter anderem werden nun Gesichter und KFZ-Kennzeichen verpixelt, Anwohner können Löschung und Unkenntlichmachung der Rohdaten verlangen. 13 Punkte umfasst die Vereinbarung, von einem Erfassen der WLAN-Stationen steht da nichts. Daher sind die Datenschützer Peter Schaar und der Hamburger Kollege Prof. Dr. Johannes Caspar, verärgert und entsetzt.  Sie fordern das sofortige Löschen der Daten und die Entfernung der Scanner.

Was kann Google überhaupt speichern? Jede WLAN-Basis sendet normalerweise den Namen der Station (SSID), ob das Netz verschlüsselt ist, und welche weltweit eindeutige MAC-Adresse das Gerät enthält. Zusammen mit den ortbasierten Daten ein schöner Pool an Informationen, den Google da weltweit aufbaut. Die Pressesprecherin von Google Deutschland, Lena Wagner, wiegelt ab.
„Die Erfassung von WiFi / WLAN-Daten ist weder etwas Neues, noch ist es etwas, was nur Google macht. Diese Art von Daten werden seit Jahren von verschiedenen – darunter auch deutschen – Unternehmen gesammelt.“ Lena Wagner sagt, Google habe immer offen über die Tatsache gesprochen, dass Google diese Informationen auf verschiedene Art und Weise erfasst.
Wenn es so ist, stellt sich allerdings die Frage, wieso die Datenschutzbeauftragen davon nichts wussten. Mag auch sein, dass die Daten anonym sind, wie Google behauptet. Für die Benutzer der Dienste sicher, aber der Internetgigant selber kann sich in Kombination mit Kartenmaterial, Strassenansichten und einem riesigen Fundus an Internetuserdaten bis hin zu Adressen ein ziemlich detailliertes Puzzle zusammen setzen. „Don‘t be evil“ ist das Motto von Google. Wäre „Don‘t be naive“ nicht passender?

Bild ganz oben: http://www.flickr.com/photos/byrion/ / CC BY 2.0

Die Streetview-Fahrten wurden in Deutschland kontrovers diskutiert, daran hat auch die hübsche Bemalung nichts geändert.


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