Erste Use Cases für Progressive Web Apps

Push Notifications, Offlinebetrieb, extrem schnelle Ladezeiten: Progressive Web Apps vereinen die Vorteile nativer Apps mit der Offenheit des Internets. Wir zeigen erste Use Cases.



Progressive Web App, kurz PWA: seit 2015 kursiert das Buzzword im Netz und in Developer-Kreisen. Vor allem auf Googles Entwicklerportal, aber auch anderswo gibt es schon etliche Case Studies. In unserem PWA-Report in PAGE 01.2018 beleuchten wir die Hintergründe und erläutern, wie die neuen Apps unsere Art der Internetnutzung verändern werden.

Hier gibt’s schon mal Cases und Nutzungsszenarien, um selbst die Performance von Progressive Web Apps zu testen.


Konga: Afrikas erfolgreichste PWA

Seit dem Start im Jahr 2012 hat sich Konga zum führenden E-Commerce-Anbieter in Nigeria entwickelt. Im Store bekommt man alles, von Büchern über Kühlschränke bis hin zu Mobiltelefonen. Die meisten Kunden greifen über mobile Geräte auf die Website zu, denn in Afrika hat das Internet Desktops einfach übersprungen und gleich mobile Devices erobert. Schlechte Konnektivität, die hohe Verbreitung von Low-End-Geräten und andere Hindernisse, wie Landstriche ohne Stromanschluss, behinderten Kongas Wachstum. Native Apps lösten das Problem nicht. »Schon der Download der nativen App war ein Abenteuer, wenn User auf ihren Low-End-Geräten wegen des Speichers nur maximal fünf native Apps installieren können«, weiß Andrew Mori, Director of Technology bei Konga Online Shopping in Lagos, Nigeria. Da Kosten für Internetzugang und Datenvolumen hoch sind, ermöglicht nun die PWA die Offline-Nutzung. Erst für den Check-out muss der User sich wieder einwählen.

 


Twitter: Die Lite-Version

Obwohl Twitter native Apps für Android und iOS anbietet, entschied sich das soziale Netzwerk im April 2017, die Progressive Web App Twitter Lite weltweit für 328 Millionen Nutzer zum standardmäßigen mobilen Weberlebnis zu etablieren. Die PWA ist reaktionsschnell und funktioniert nun auch offline. Bei den Nutzern kam das gut an: Seitdem verzeichnet Twitter 65 Prozent mehr Seiten pro Sitzung, 75 Prozent mehr gesendete Tweets und eine um 20 Prozent verminderte Absprungrate. Nicolas Gallagher, Technischer Leiter für Twitter Lite in San Francisco,stellt fest: »Die Progressive Web App ist mit der Leistung unserer nativen Apps vergleichbar, benötigt jedoch weniger als drei Prozent des Speicherplatzes für Geräte im Vergleich zu Twitter für Android.«


Flipkart Lite: Indiens E-Commerce-Anbieter läuft auch auf 2G

Indiens größter E-Commerce-Vertrieb Flipkart entschied sich im März 2016, den mobilen Webauftritt in die Progressive Web App Flipkart Lite zu überführen. Erst im Jahr 2015 hatte Flipkart eine App-only-Strategie eingeführt und in diesem Zusammenhang die mobile Website geschlossen, weil die User Experience nicht mehr den Anforderungen entsprach. Doch mit den Features der Progressive Web App überdachte Flipkart den Entwicklungsansatz nochmals komplett neu.
Der Online-Anbieter kehrte zu mobilen Web-Apps zurück, integrierte aber Features wie Offlinebetrieb und Push-Notifications, um Nutzern eine App-ähnliche Nutzererfahrung zu bieten. Seither verbringen User, die über den Browser zugreifen, dreimal mehr Zeit auf der Website, denn die Progressive Web App lädt schneller, weil sie im Vergleich zu den nativen Apps 30 Prozent weniger Daten überträgt. Ein wichtiger Aspekt, denn auf dem Subkontinent greifen 63 Prozent aller Nutzer über 2G-Netzwerke auf die Website zu. Die neue PWA bescherte Flipkart eine Conversions-Steigerung um 70 Prozent.


Kickbase: Der Bundesliga Manager mit Push Notifications

Zum Beginn der Fußball-Bundesligasaison 2017/18 ging der beliebte Kickbase Bundesliga Manager eine Partnerschaft mit dem Pay-TV Sender Sky ein und wird künftig mit einer Progressive Web App auf skysport.de an den Start gehen. Die Fans können damit auch auf dem neuen Onlineportal agieren, während sie parallel die Spiele verfolgen und aktuelle News erhalten. Bisher gab es das erfolgreiche Echtzeitspiel nur als native App für iOS und Android.
Sky-Zuschauer steuerten bisher meist nur einmal die Woche Sky.de an, um sich die Sportnachrichten anzuschauen. Mit der neuen PWA hofft der Sender, Sportfans mehrmals täglich auf die Plattform zu ziehen, weil sie die News lesen oder noch einmal checken wollen, wie ihr Spielstand ist. »Kickbase ist ein Retention-Tool, das Leute bei der Stange hält und sie immer wieder zu Sky zurückholt«, glaubt Anatol Korel, Co-Gründer von Kickbase und Managing Director der Digitalagentur COBE in München. Auf die nativen Kickbase-Apps folgte nun die Progressive Web App, die responsiv ist und Push Notifications versenden kann, aber bisher nicht im Offlinebetrieb läuft. Mit der neuen PWA kann Kickbase nun auch Splittergruppen wie Windows Phone und Blackberry erreichen.


Mehr zum Thema »Progressive Web Apps« erfahren Sie in PAGE 01.2018 im PAGE Shop.

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