Kurt Wyss | Begegnungen

20111119 - 20110114

Berlin
Ausstellung
www.johanna-breede.de

 
In der Ausstellung BEGEGNUNGEN präsentiert Johanna Breede PHOTOKUNST zum ersten Mal in Berlin Arbeiten des Schweizer Photographen Kurt Wyss (*1936 in Basel).



In der Ausstellung BEGEGNUNGEN präsentiert Johanna Breede PHOTOKUNST zum ersten Mal in Berlin Arbeiten des Schweizer Photographen Kurt Wyss (*1936 in Basel).

Nach seiner Photographenlehre in Fribourg und Bern arbeitete Kurt Wyss seit Mitte der Sechziger Jahren für verschiedene Zeitungen. Neben Reportagen, die ihn nach Biafra, Nicaragua oder zu den Schweizer Bergbauer führten, dokumentiert Kurt Wyss ab 1970 die Entwicklung der Art Basel. Als Chronist, Zeitzeuge, Schilderer von Ereignissen und Lebensumständen, reflektiert er Begebenheiten und Begegnungen. Begegnungen mit Respekt und Sensibilität.

Von den Einwohnern der Stadt Basel habe ich eine ganz bestimmte Meinung: nämlich dass sie ganz erstaunliche Menschen sind. Zwar soll man sich vor zu schnellen Verallgemeinerungen hüten, aber trotzdem muss ich sagen, dass alle Basler, die ich gekannt habe (und das waren nicht wenige), erstaunliche Menschen waren – und Kurt Wyss gehört auch dazu. Was seine physische Erscheinung angeht, so würde ich ihn als schlank bezeichnen, als einen Menschen mit raschen Bewegungen und einem in hohem Maße Ehrlichkeit ausstrahlenden Gesichtsausdruck. Was diese Ausstrahlung angeht, so würde ich sagen, dass man sie – zumindest außerhalb Basels – doch recht selten antrifft, und was die Ehrlichkeit und die Suche nach Wahrheit als Charaktereigenschaften bei Künstlern angeht, so würde ich im Gegensatz zu dem, was man hin und wieder hört, sagen, dass diese Eigenschaften absolut kennzeichnend für die gesamte Persönlichkeit sind. Wirkliche Kunstwerke können nur dort entstehen, wo das künstlerische Schaffen von Wahrheit durchdrungen ist. Und alle, die nicht von vornherein davon überzeugt sind, haben von wirklichem künstlerischem Schaffen nur eine geringe, und klar herausgesagt, falsche Vorstellung.

Was man an Kurt Wyss zuerst wahrnimmt, ist sein schlanker Körper, dessen Glieder sich raumumfassend zu verlängern und wie mit Suchern ausgerüstet scheinen, die er mit den Händen formt und knetet und dann ganz unvermittelt zum Auge führt. Bei anderen Fotografen beobachtet man bestimmte Handgriffe, die in einer bestimmten Reihenfolge ablaufen, Berechnung der Entfernung, Einschätzung der Lichtverhältnisse und Objektiveinstellung – nichts von alledem sieht man jedoch bei ihm.

(© Kurt Wyss, Andy Warhol, Zürich 1978, Courtesy Johanna Breede PHOTOKUNST)


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