PAGE Special: Die Cannes Lions 2011// Tag 6

Auf PAGE Online teilt Jens Schmidt täglich Erfahrungen, Trends und Anekdoten vom Kreativfestival in Cannes. Tag 6: Eine Vorschau auf die Gewinner



Bild Cannes Lions Special 2011

Auf PAGE Online teilt Jens Schmidt täglich Erfahrungen, Trends und Anekdoten vom Kreativfestival in Cannes. Tag 6: Eine Vorschau auf die Gewinner

Morgens gibt es hier in Cannes nichts Besseres, als aufzustehen, zum Meer hinunter zu gehen und eine Runde durch die Bucht zu schwimmen. Morgenstimmung an der Croisette mit Möwen und aufgehender Sonne — ein perfekter Start in einen Tag voller Diskussionen.  

Über die letzten Tage sind im Prozess der Bewertung ein Großteil der Arbeiten herausgefallen, die als der Shortlist nicht würdig befunden wurden. Heute wird von uns erwartet, dass wir die Shortlist fertigstellen. Wir starten wieder um 8.30 Uhr, diesmal in einem kleineren Palais des Palais du Festival, in dem wir U-förmig in einer großen Runde zusammensitzen. Für jede Kategorie wird nun nacheinander überprüft, ob sich noch Einreichungen darin befinden, die möglicherweise überbewertet wurden oder in ähnlicher Form schon in einem anderen Wettbewerb erschienen sind. Es gilt, die originären Ideen von ihren »me too« Plagiat-Ausführungen zu trennen. Um diese zu identifizieren, greifen die Juroren sowohl auf ihre Expertise zurück als auch auf ihre Erfahrungen aus anderen Wettbewerben und den Vorjahren.

Bild Cannes Lions Diary 2011
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Im Verlauf des Tages werden noch einige Arbeiten in Frage gestellt und verschwinden von der Liste. Und das nicht nur auf den hinteren Rängen: Zum Teil trifft es auch Arbeiten, die zunächst als aussichtsreich eingestuft worden sind. Die Jury hat in diesem Prozess übrigens keine Vorgaben, was die Anzahl der letztlich für die Shortlist ausgewählten Einreichungen pro Kategorie angeht. Für einige dieser Kategorien — wie zum Beispiel Cosmetics, Beauty oder Corporate Information und Travel, Entertainment & Leisure — bedeutet dies in letzter Konsequenz, dass nach der heutigen Sitzung gar keine Einreichung übrig bleibt. Andere Kategorien wie Best Use of Video schrumpfen von zwanzig verbliebenen Einreichungen auf sechs. So wird aus der »Long List« schließlich die »Short List«. Eine große Anzahl von Arbeiten verbleibt vor allem in der Kategorie Viral Video & Viral Marketing, ebenso wie in der Kategorie Mobile Applications.

Was auffällt ist, dass viele »Blockbuster«-Produktionen großer Sportartikler hohe Ränge in der Shortlist belegen. Nicht, weil hier ein großes Produktionsbudget eingesetzt wurde. Viel eher, weil viele Arbeiten es schaffen, Idee, Ausführungsqualität, Interaktivität und Integration von Social Media auf ein neues Level zu bringen. Viele Löwen werden dieses Jahr daher wohl nach Nordamerika wandern. Es wird, denke ich, auch bei einigen Arbeiten von Google Gewinner geben — Arbeiten, die uns über das Jahr erreicht und fasziniert haben. Ich vermute stark, dass auch Arbeiten für Uniqlo ausgezeichnet werden.

Deutschland hingegen wird in diesem Jahr in den digitalen Medien nicht viel ernten können. Sicherlich werden wir einen charmanten Mann auf seinem Pferd unter den Gewinnern sehen, dann vielleicht den Mann, der keine Bären töten möchte, sowie die Experimente mit Google Streetview und Html5. Von 2835 Einreichungen in der Cyber Kategorie sind am Ende des Tages weniger als zehn Prozent übrig geblieben, also weniger als der Richtwert der letzten Jahre.

Ingesamt geht heute eine sehr konstruktive, tolle Jurysitzung zu Ende, die von sachlicher Fachkenntnis, gegenseitigem Respekt und Fairness geprägt war. Es hat Spaß gemacht und ich bin jetzt richtig gespannt auf die Diskussion um die Löwengewinner.

Bild Cannes Lions Diary 2011
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