PAGE Special: Die Cannes Lions 2011// Tag 5

Auf PAGE Online teilt Jens Schmidt täglich Erfahrungen, Trends und Anekdoten vom Kreativfestival in Cannes. Tag 5: Im Verzug



Bild Cannes Lions Diary 2011

Auf PAGE Online teilt Jens Schmidt täglich Erfahrungen, Trends und Anekdoten vom Kreativfestival in Cannes. Tag 5: Im Verzug

Um 8.00 Uhr wache ich auf, ohne dass der Wecker meines iPhones geklingelt hat. Ob das an einem technischen Problem oder menschlichem Versagen lag, kann jetzt nicht mehr geklärt werden. Gestern Abend gab es noch einen Ausflug zur Bar an der Ecke vor dem Martinez, den nicht alle Jurymitglieder ohne Kollateralschäden überstanden haben. Es wurde später als geplant. Nach Zeitplan muss um 8.30 Uhr das Frühstück eingenommen und in Richtung Palais du Festival losgewandert werden. Da kommt auch schon der Anruf von der Rezeption: Juryleiter Nick Law mahnt, dass es gleich losgehen soll – das Frühstück muss also ausfallen.

Vier Tage in Folge unzählige Arbeiten zu bewerten, wird doch langsam mühselig. Heute schauen sich alle Jurymitglieder als geschlossene Gruppe die ausgedünnte Auswahl für die Shortlist noch einmal zusammen an. Jeder sieht also Arbeiten, die er schon einmal juriert hat und neue Arbeiten, die von anderen Gruppen ausgewählt wurden. Die magische Zahl heißt heute 321 Arbeiten. Alle verbliebenen Arbeiten werden jetzt noch einmal komplett neu bewertet. In manchen Kategorien wie »Healthcare and Medical« ist es extrem übersichtlich geworden, in anderen Kategorien – wie etwa »Viral Marketing« – sind noch viele gute Arbeiten übrig geblieben. Ab und zu gibt es ein Feedback zum Bewertungsfortschritt der Jurymitglieder. Heute bin ich in der Nachhut: Nick informiert mich, dass ich zu langsam juriere. »If you continue with this speed you might be still here at midnight«, sagt er und grinst mich dabei an. Eine verlockende Aussicht, den Abend vorm Rechner im Palais zu verbringen.

Also spare ich mir die Mittagspause und plündere statt dessen den Früchtekorb. Am frühen Nachmittag liege ich im Vergleich zu den schnellsten Jurymitgliedern immer noch um die 100 Arbeiten zurück. Einige von denen haben allerdings auch schon den ADC of Europe bewertet und klicken sich in der Liste durch viele »übliche Verdächtige«. Am Nachmittag hole ich auf. Mir kommt zugute, dass ich auf Branchen stoße, die ich bereits im Preliminary Voting und meiner Jurygruppe C gevotet habe. Andere Arbeiten kenne ich aus dem ADC Wettbewerb oder sie sind im Laufe des Jahres schon mal auf meinem Screen gelandet. Um 18:48 Uhr ist das Tageswerk vollbracht – eine gewisse Erleichterung macht sich breit. Einige Jurymitglieder sind weg, andere müssen noch ein wenig sitzen. Mir tun die Augen weh und ich bin müde. Jetzt schnell: »Hit the road« und raus in die Sonne.
 
Die Luxuswagen sind schon wieder auf den Sattelschlepper geladen worden. Auf der Croisette, der berühmten Strandpromenade von Cannes, trifft man zu dieser Zeit auf ein buntes Potpourri an eigenwilligen Menschen. Dankbare Fotomotive lassen hier nicht lang auf sich warten.

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