Effie-Jury zeigt sich großzügig / Streit um Markenlizenz

Die Gewinner des GWA Effie 2010 stehen fest. Heute Abend wurde der Effizienzpreis des Gesamtverband Kommunikationsagenturen in Berlin verliehen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Ausbeute für die Agenturen deutlich an – insgesamt vergab die Jury 21 Trophäen. Das sind 15 Prozent aller eingereichten Arbeiten.



Die Gewinner des GWA Effie 2010 stehen fest. Heute Abend wurde der Effizienzpreis des Gesamtverband Kommunikationsagenturen in Berlin verliehen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Ausbeute für die Agenturen deutlich an – insgesamt vergab die Jury 21 Trophäen. Das sind 15 Prozent aller eingereichten Arbeiten.

Gold geht demnach an Kolle Rebbe in Zusammenarbeit mit elbkind und Fork Unstable Media für die Neueinführungskampagne zu Ritter Sport Olympia, an TBWA in Düsseldorf für die Haarpflege-Serie SYOSS von Henkel und deren Kampagne “Salon-Pflege für alle” sowie an DDB für den Golf GTI VI und die Kampagne “Ab 21”.

Für die Vergabe der Silbermedaillen durfte Kolle Rebbe ein zweites Team auf die Bühne schicken. Hier geht ein Preis an die Einführungskampagne für Bionade Quitte und die Kampagne “Wir machen es trotzdem”. Zudem gewinnen Silber: KNSK für die DBV Deutsche Beamtenversicherung, Jung von Matt für den Deutschen Sparkassen- und Giroverband, Scholz & Volkmer für das Weihnachtsspecial “OTTO Geschenke-Tauschrausch” und BBDO Düsseldorf für Wrigleys 5 Gum.

Unter den Bronzeträgern finden sich ebenfalls einige Doppelgewinner: Jung von Matt gewinnt mit der Bild-Bekenner-Kampagne, die in der Vergangenheit bereits diverse Kreativpreise absahnen konnte, BBDO punktet mit Schwipp Schwapp und KNSK sichert sich den Bronze-Effie gemeinsam mit Mediaplus für WMF. Weitere Bronzepreise gehen an Draft FCB für Nivea, an Serviceplan mit Mediaplus, GSD&M Idea City und Metzler:Vater für BMW, an Philipp und Keuntje für Mucoangin, an gürtler bachmann für die Hamburger Symphoniker, an Scholz & Friends für Tchibo, an VCCP für O2 und an JOM mit kempertrautmann für Hagebaumarkt.

Neben den regulären Preisen verleiht der GWA jedes Jahr die Social Effies. Diese gehen 2010 an Leagas Delaney und die Plant-for-the-Planet Foundation (Gold), Scholz & Friends, Aperto und die Hochschulinitiative Neue Bundesländer (Silber) sowie Saatchi & Saatchi und das Diakonische Wer für Frankfurt am Main (Bronze).

Die große Anzahl an Preisen ist in zweierlei Hinsicht überraschend. Einerseits war das Jahr 2009, also der Zeitraum, in dem der Erfolg der prämierten Kampagnen gemessen wurde, bekanntlich nicht gerade ein Hoch für den Handel, und immerhin fließt der Erfolg im Markt laut Vereinsstatuten zu 60 Prozent in die Bewertung mit ein – die restlichen 40 Prozent berücksichtigen Idee und kreative Umsetzung. Und zweitens erwartet man bei einem Wettbewerb, den der GWA selbst als den härtesten seiner Art bezeichnet, doch eine stärkere Auslese. Nichtsdestotrotz halten Geschäftsführer Ralf Nöcker und Verbandspräsident Peter John Mahrenholz an der Strenge ihres Wettbewerbs fest – auch entgegen aktueller Forderungen der amerikanischen Organisation Effie Inc.. Der Lizenzinhaber der Marke Effie plant, den Preis, der momentan noch länderspezifisch nach unterschiedlichen Kriterien ausgetragen wird, global zu vereinheitlichen. Größtes Problem ist dabei für den GWA, dass die Regelung der Amerikaner den Faktor Effizienz nur noch zu 30 Prozent in die Bewertung mit einfließen lassen will – dies würde, so Mahrenholz, die Währung Effie in Deutschland verwässern. Daher hat der  GWA bei Effie Inc. Vorschläge eingereicht, die die Eigenheiten der unterschiedlichen Länder berücksichtigen. Auch andere Organisationen aus Europa seien bei den Verhandlungen an Bord und man sei zuversichtlich, dass der Lizenzinhaber auf die Forderungen der starken Effie-Länder eingehe. “Die brauchen uns mehr als wir sie”, so die Aussage der Verbandschefs. Falls es wider Erwarten doch nicht klappen sollte, die Lizenz zu eigenen Bedingungen zu behalten, werde man am Modell des Effies dennoch festhalten. Der muss dann eben unter einem anderen Namen laufen und sich ein neues Corpoarte Design verpassen. 

Peter John Mahrenholz

Ralf Nöcker


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