Minarett und Plastiksack

Das Wiener Studio Walking Chair hat für die Schau »Istanbul Alphabet« eine Schrift entwickelt.



Eigentlich hat die Schrift noch keinen Namen, die das Wiener Design Studio Walking Chair für die Ausstellung »Istanbul Alphabet« im Berliner Museum der Dinge entworfen hat. Entstanden ist der Font aus den Grafiken zu der Schau und zeichnet sich stark durch seine horizontalen Linien und schmalen Vertikalen aus. Und deshalb wird er wohl auch nach der Ausstellung benannt, denn schließlich orientiert er sich an den geflochtenen und bedruckten Kunststoffbags, die in der Türkei so weit verbreitet sind, die zum privaten Transport dienen, in denen aber auch viele Lebensmittel verpackt sind und Samen gehandelt werden. Die extreme vertikale Schmäle hingegen greift die Form der Minarette auf.

Der Font hat Logocharakter und eine ganz eigene Atmosphäre und ist auch als gesprühte Stencil-Schrift einsetzbar. Er bestimmt die CI der Schau, für die das Kuratorenteam Max Borka und Anna Pannekoek bei einem 100tägigen Istanbul-Aufenhalt eine çokçok-Sammlung aus Alltagsobjekten, Geräuschen, Bildern und Geschenken von Künstlern und Designern angelegt hat. Çokçok bedeutet sehrsehr und verweist für die Kuratoren auf den unstillbaren Hunger nach mehr – und will zeigen, was der westlichen Design-Szene ihrer Meinung nach verloren gegangen ist, nämlich »etwas aus dem Nichts zu erfinden, ad-hoc Lösungen zu entwickeln, zu improvisieren«.

Istanbul Alphabet – von çokçok bis zikzak, Museum der Dinge Berlin, bis 9. April 2012


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2 Kommentare


  1. Anna Pannekoek

    çok çok te?ekkürler Fidel ve Karl, harika


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