Next Start-Up Fileee im Interview

Wir sprachen mit dem Gründer des Start-Ups fileee, das die Organisation von Dokumenten revolutionieren will und auf der Next Conference in Berlin pitchte.



Bild Fileee

Auf der Next 2012 Konferenz in Berlin pitchten vergangene Woche mehrere Start-Ups um die Gunst der Jury – und der Investoren. Unter anderem das Team von fileee, ein Unternehmen, das unter der Leitung von Marius Gerwinn 2010 in Münster gegründet wurde. Fileee ermöglicht es, unterschiedliche Dokumente – von Rechnungen über Aufträge bis zu Belegen – zentral digital zu organisieren. Auch bei der Bearbeitung der Dokumente unterstützt es den Nutzer (wie das funktioniert, fasst ein Video zusammen). Wir sprachen mit Marius Gerwinn (ganz links im Bild) über das Angebot.

PAGE: Was ist fileee und wie lässt es sich nutzen?

Marius Gerwinn: Um es kurz zu fassen: Wir wollen den Papierkram revolutionieren. Es geht uns sowohl um Offline-Dokumente – alles, was auf Deinem Schreibtisch liegt, Rechnungen, Verträge, usw. – aber auch um digitale Dokumente, die Du beispielsweise per E-Mail erhältst. Das sorgt für sehr viel Chaos. Unser System schafft da Abhilfe: Man importiert einfach sämtliche Dokumente ins System. Man kann sie übers Smartphone abfotografieren und dann an uns einschicken. Digitale Dokumente lassen sich ebenfalls per E-Mail schicken oder direkt importieren. Wir versuchen, alle bislang möglichen Importwege anzubieten. Das Praktische ist: Sobald die Dokumente im System sind, filtert fileee die zentralen Informationen heraus. Wir haben einen komplexen mathematischen Algorithmus dafür entwickelt, damit nur die Informationen angezeigt werden, die für den Kunden tatsächlich relevant sind. Außerdem erfährt der Nutzer, wie er weiter damit umgehen muss – bis wann zum Beispiel eine Rechnung bezahlt oder ein Vertrag bestätigt sein muss. Die Dokumente lassen sich auch mit anderen Menschen teilen. Dazu brauchen die anderen jedoch nicht zwingend einen eigenen fileee-Account.

Was unterscheidet fileee von anderen Buchhaltungsservices?

Es gibt diverse Services für das Feld des Dokument-Management – sie bieten aber immer nur einen Teilbereich an, was die Dokumente betrifft. Wir gehen soweit, dass der Kunde das Dokument selbst gar nicht mehr ansehen  muss, weil fileee alle Informationen für ihn filtert. Wie ein persönlicher Assistent. Wir können uns auch sehr gut vorstellen, den Service in Zukunft auch für Geschäftskunden anzubieten, zum Beispiel für Selbstständige oder kreative Teams.

Wo werden denn die ganzen Daten gespeichert? Wie stellt ihr sicher, dass der Zugriff gesichert ist?

Wir hosten die Daten in Deutschland, in einem deutschen Rechenzentrum. Von der technischen Seite sind die Daten verschlüsselt. Es könnte ja auch vorkommen, dass jemand auf einem Dokument seine Tan-Nummer einscannt. Das würden wir so lösen, dass der Kunde sich das Dokument nur ansehen kann, wenn er eine bestimmte Pin-Nummer eingibt. Wir arbeiten bei diesem Thema auch stark mit der Universität Münster zusammen. Wir haben einen Lehrstuhl für Sicherheit, eine Junior-Professur, die uns dabei beratend zur Seite steht. Bei aller Sicherheit möchten wir aber auch die Usability nicht aufopfern. Vor allem möchten wir es für unsere Kunden transparent gestalten, damit sie wissen, dass ihre Daten gesichert sind.

Wie teuer ist die Nutzung von fileee für den Kunden?

Wir bieten ein Freemium-Model. Für Nutzer, die eine bestimmte Datengrenze nicht überschreiten, wird das Angebot immer kostenlos bleiben. Erst wenn man mehr Dienste oder ausgefeilte Statistiken nutzt, oder als Unternehmen bestimmte Forderungen stellt, wird es kostenpflichtig. Aber auch der Service für gewerbliche Kosten soll rund 50 Euro im Monat nicht überschreiten.
 

Wann habt ihr das Start-Up zum Laufen gebracht und in welcher Phase befindet ihr euch jetzt?

Die Idee dazu hatte ich an der Universität Münster und habe mir dann mein Team zusammengesucht. Wir sind vier Gründer und haben alle Bereichen, von Technik bis Marketing, gut abgedeckt. 2010 ist fileee entstanden. Wir haben einen Gründungswettbewerb in Münster und damit ein Gründerstipendium gewonnen. Seit Ende März sind wir in der geschlossenen Beta-Phase und sammeln also gerade Feedback von unseren Nutzern. Wir möchten fileee zusammen mit dem Kunden entwickeln und haben deshalb auch eine Feedback-Funktion integriert. Die Crowd-Intelligenz des Systems wächst mit der Masse der Kunden. Es lernt zum Beispiel, die verschiedenen Typen von Dokumenten zu erkennen. Dieses Jahr fokussieren wir noch primär den Consumer-Markt, und 2013 wollen wir uns dann auch den Gewerbe-Kunden widmen.
Wer fileee nutzen möchte, kann sich einfach auf der Hauptseite für die geschlossene Beta-Phase registrieren. Und wenn es schnell gehen soll mit dem Zugang, dann auch gleich den persönlichen Link auf Facebook oder Twitter teilen – so geht’s auf der Warteliste schnell nach oben.


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