Das »Urbanized Typeface« und der Google Street View-Street Art Führer

Mit seinen letzten Projekt „Urbanized Typefaces“ verband der Japaner Takahiro Yamaguchi Typografie mit GPS Tracking. Jetzt verwandelt er mit „My_GsaV“ Google Street View zum Street Art Kunstführer.



 

Mit seinen letzten Projekt »Urbanized Typefaces« verband der Japaner Takahiro Yamaguchi Typografie mit GPS Tracking. Jetzt verwandelt er mit „My_GsaV“ Google Street View zum Street Art Kunstführer.

Mit „Urbanized Typeface“ erzielte der Tokioter Künstler eine eigene Schrift, in dem er mit dem Rad nach einer genau festgelegten Route durch Tokio fuhr und die Fahrt per GPS Tracking markierte. So entstand jeweils ein riesiger Buchstabe, der aber nur auf einer virtuellen Landkarte zu sehen ist. Nur, warum will er keine Spuren seiner Schrift hinterlassen – ist es nicht das, wofür man als Designer bekannt sein will? Takahiro Yamaguchi antwortet: »Zum Beispiel das unsichtbare Graffiti “THE INVISIBLE IS ETERNAL”, wo der französischen Künstler ZEVZ mit nur bei Schwarzlicht sichtbarer Farbe sprüht, ist vom Stil her eigentlich nicht so originell. Ich bin aber beeindruckt, dass es für immer existieren wird. Das gleiche gilt für SABER, dessen Graffiti in einem Flussbett in Los Angeles nur von einem Satteliten aus sichtbar war. Ich war ebenso von den Dimensionen dieses Kunstwerks beeindruckt, das nur klar auf Google Maps zu erkennen war.«

 

 

„My_GsaV“ ist eine Art „Street Art Kunstführer“, der zu verschiedenen, mit Graffiti getagten Orten per Zufallsgenerator springt und diese wie eine Art Collage zusammenstellt. Für ihn ist das die beste Art, Street Art auf der ganzen Welt zu betrachten.

Für „My_GsaV“ entwickelte Takahiro Yamaguchi eine Anwendung, die per Zufall automatisch zu verschiedenen Geolocations auf Google Street Art springt. Dafür hat Yamaguchi diese Orte alle einzeln vorher online gesucht und zusammengetragen. Geht der User auf die Seite von „My_GsaV“, kann er jedoch nicht in die Abfolge eingreifen. Takahiro Yamaguchi generierte das Programm ursprünglich für eine Ausstellung unter dem Titel „Redundant Web“. Das Konzept der japanischen Gruppenausstellung war, dabei nur den virtuellen Raum des Internets zu nutzen. Dabei durften die Künstler entweder nur das Internet an sich als Material für die eigenen Kunstwerke nutzen. Oder andererseits ein Tool programmieren, das zwar keinen Sinn macht, aber gleichzeitig doch einen rationalen Nutzen hat. Für Yamaguchi ist Google Street View eines der nützlichsten Anwendungen online. „Dazu kommt, dass wenn man Street Art über Google Street View für sich entdeckt, ist das fast das gleiche Erlebnis, wie wenn man es tatsächlich vor Ort erkundet“, sagt Takahiro Yamaguchi. „Die Idee des Internets als öffentlicher Raum ist dabei sehr real geworden.“ Seine upgedatete Version des Urbanized Typface stellte er unlängst für eine Ausstellung in Korea vor.

 

 


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