Rapid Rabbit 2: Schlange und Löwe

20110413 - 20110522

 
Das Internet verspricht die grenzenlose Verbreitung von Clips und Pics, die eben erst produziert wurden: im Kinderzimmer, im Hotelbett oder auf der Massendemonstration mit Toten.



Das Internet verspricht die grenzenlose Verbreitung von Clips und Pics, die eben erst produziert wurden: im Kinderzimmer, im Hotelbett oder auf der Massendemonstration mit Toten. Mit der Kontrolle fallen die Tabus, mit der Vernetzung wird sonst Trennendes überwunden und entstehen neue Formen und Formate kreativer Tätigkeit. Diese sind Schwerpunkt von SCHLANGE UND LÖWE, dem 2. Block von RAPID RABBIT. Der Ausstellungsteil startet mit mit Fotos des Chinesen Chen She Hong, die die Kluft zeigen zwischen den Vernetzten und den (noch) Ausgeschlossenen – die in China für uns unvorstellbar größer ist als im Westen.

Im Medienlab sind Varianten der schnellen Clips gelistet, die mal mehr einen neuen poetischen Ton treffen, mal eine Form von krassester Instant–Bildpolitik darstellen wie das Video der Verschleppung der Libyerin Eman al–Obeidy durch Schergen Gaddafis am 25. März 2011, somit mit Millionen Zeugen. Oder Online–Features der jungen Journalisten Chase Whiteside und Eric Stoll, die das Format des Fernsehinterviews adaptierten und die »Tea Party« Bewegung landes– und weltweit lächerlich machten. Die systemkritische Animation des Chinesen Wang Bo über Killertiger und triumphierende Hasen wurde im Jahr des Hasen zum Viral Video, wenn auch in China schnell vom Netz genommen.

Humor ist sowieso eine gute Strategie gegen Zensur, doch scheint das Netz auch generell dank der der Immaterialität gedankten Leichtigkeit eine neue Form zu generieren – selbst wenn diese zugleich bleischwer sein kann, siehe das Beispiel des Auschwitz– Überlebenden Adolek Kohn. Ein weiteres Phänomen, von dem einige Beispiele zu sehen sind, sind die »Internet–Meme«, Hype–Clips, die auf der Verfremdung von Ton oder Bild von Found Footage; albern zwar, aber wir haben herzlich gelacht. Und nicht zu vergessen die reizenden Filmed–in–progess–Animationen von Levni Yilmaz aus dem Zyklus »Tales of mere existenced«.


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