Nachhaltigkeit Made in Japan

Ein Jahr nach Fukushima zeigt MUJI im Design Museum dass weniger mehr ist.



»Esse in Maßen und trotze dem Doktor« sagt man in Japan und das heißt, dass man immer nur zu 80% seinen Hunger stillt. Ein einfacher Rat mit großen Folgen, denn die Menschen dort werden so alt wie sonst keine auf der Welt.

Dieses Prinzip überträgt MUJI im Design Museum London jetzt auf die eigenen Produkte, fragt, welchen Effekt es hat wenn man 20% weniger Material und Energie verbraucht und thematisiert damit das Nachdenken, das in Japan nach dem großen Schock, den das Erdbeben und die Katastrophe von Fukushima auslösten, begonnen hat.

Weg vom Konsum, hin zu nachhaltiger Produktion, Ressourcen sparen statt Überfluss – und sorgsamer mit Energie umgehen. Seit 3/11, wie die Japaner die Erdbeben-Katastrophe in Anlehnung an 9/11 nennen, ist es in Japan zum Beispiel dunkler geworden. Die weltberühmten Leuchtreklamen in Tokios In-Viertel Shibuya wurden gedimmt, manche Straßenlaterne abgeschaltet und die nächtliche Beleuchtung in Büros.

Das ist die Stimmung, die MUJI auffängt: großartig reduziertes Design klein, leicht, ohne überflüssige Verpackung, mit nur 80% des herkömmlichen Material hergestellt – und nach den Prinzipien des japanischen monozukuri, einer Geisteshaltung, die dem Perfektionieren von Dingen verpflichtet ist.

 

Im Design Museum zeigt MUJI Klassiker, Prototypen und Produkte, die in Europa nicht erhältlich und stellt den neuen Stift aus recyceltem Aluminium vor, der nachfüllbar ist und zum Jahrestag von 3/11 erscheint.

Zu Beginn der Ausstellung am 8. März wird es ein Podiumsgespräch mit dem MUJI Produktdesigner Naoto Fukasawa und den Industriedesignern Sam Hecht und Konstantin Grcic geben, es moderiert Tyler Brûlé.

Product Fitness 80, Design Museum London, 9.-18.3.2012, www.designmuseum.org


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