Character Kamasutra: Pictoplasma 2013

Am Donnerstag hat die Pictoplasma Konferenz 2013 begonnen – ganz stilecht mit Livemusik aus der historischen Kino-Orgel, singenden Wolken und Techno-Birds.



 

Am Donnerstag hat die Pictoplasma Konferenz 2013 begonnen – ganz stilecht mit Livemusik aus der historischen Kino-Orgel, singenden Wolken und Techno-Birds.

Alles ist ein bisschen anders auf dieser Konferenz – denn deren Macher Lars Denicke und Peter Thaler haben einen tollen eigenen Stil. Entspannt beginnt die Pictoplasma jeden Morgen um 11 Uhr, schließlich gibt es jeden Abend Party, und zum Auftakt wurden die Gäste mit Mackie Messer und anderen Songs empfangen, live auf der historischen Multiplex-Kino-Orgel gespielt – und dann konnte man sich erstmal entspannt zum ersten Screening zurücklehnen. Ein Papier-Gitarrero klampfte sich dabei durch Tel Aviv, Bartträger eroberten die Welt, der Nahost-Konflikt wurde so kunterbunt wie nachhaltig auf den Punkt gebracht und es gab das wohl tollste Filmchen dazu, warum man in der Metro immer schön aufpassen soll (drei der Highlights unten).

Und dann gingen die Vorträge los, mit Geneviève Gauckler vom großartigen Pariser Künstlerkollektiv Pleix, die detailliert zeigte, wie sie ihre verblüffenden Character entwickelt, die »alle irgendwie Selbstporträts« sind – und komplett digital entstehen. Ich zeichne nicht, machte sie klar und zappte sich durch ihre Bilder-Bibliotheken, geordnet nach Fell, Beinen, Mündern, Waffen, die sie im Internet findet – und erzählte davon, dass alle ihre Arbeiten sich eigentlich um die Frage drehen, was sie hier auf der Welt zum Teufel eigentlich tut.

Sue Doeksen aus Amsterdam hingegen stellte ihre leuchtend bunten Welten vor, die digital entstehen, gezeichnet sind, animiert oder aus Papier. Inspiriert ist sie dabei von der abstrakten Kunst, die sie als Tochter eines Architekten schon als Kind umgab und von der Schönheit schlichter Formen, die vielfach kombinierbar sind.

Die Reinheit der Form war es auch die Osian Efnisien als Kunststudent faszinierte, ebenso wie die Geometrie, die lange seinen Stil beherrschte. Heute hingegen widmet er sich »Winzigkeiten«, klitzekleinen, reduzierten Figuren in denen er versucht die Bilder, die er aus seinem Unterbewusstsein holt, von jeder Botschaft zu befreien.

Weg von den Winzigkeiten und hinein in malerische Bilderwelten ging es anschließend mit Andrea Wan, die in Hongkong und Vancouver aufwuchs, seit kurzem in Berlin lebt und erklärte, warum immer wieder Pferde in ihren Arbeiten auftauchen, wie ihre Träume sie inspirieren und die zeigte, wie ihre beeindruckenden Bildmetaphern entstehen. Für Inspiration in Sachen Hase sorgte schließlich mr clement, der durch das Universum seines petit lapin führte – und zum Schluss gab es noch mal einiges an Musik als Ori Toor aus Tel Aviv damit verblüffte, was für komplexe Musikvideos und Animationen mit Flash kreieren kann. Dafür entwickelte er eine Technik mit der er digital so improvisiert, wie man es sonst nur beim analogen kann: Wie ein DJ legt er dazu Loops an, die er kombiniert und manipuliert.

Es hagelte Begeisterung aus dem Publikum – und auch wir freuen uns schon auf den zweiten Tag!

Hier ein Blick auf einige Filme aus dem ersten Screening – und auf die Arbeiten der Lecturer

Dumb Ways to Die
This Land Is Mine
Planet One

Abb. oben: Still aus Kitteh Kitteh »Tiger Rag« von tokyoplastic, UK 2012


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