Cannes Lions 2010. Joachim Sauter im Interview – Teil 3

Fünf Tage lang hat Joachim Sauter die diesjährigen Design Lions in Cannes juriert. Hier zieht er Bilanz und stellt seine persönlichen Favoriten vor.



 

 

Fünf Tage lang hat Joachim Sauter die diesjährigen Design Lions in Cannes juriert. Hier zieht er Bilanz und stellt seine persönlichen Favoriten vor.

 

Die Ergebnisse der Design Lions 2010 stehen fest. Sind Sie zufrieden mit den Ergebnissen?

Ja, sehr. Die Liste der Löwen gibt der Veranstaltung ein Gesicht. Die Cannes Design Lions sind zwar nicht mit originären Design-Wettbewerben wie etwa den iF Awards zu vergleichen, weil sie in der Werbung verankert sind. Aber ja, ich bin zufrieden mit unserer Jury-Arbeit.

 

In welchen Medien waren die stärksten Designleistungen zu beobachten?

Ich habe ja in unserem letzten Gespräch schon betont, dass ich die Einreichungen im Bereich Kommunikation im Raum sehr stark fand. Dazu stehe ich immer noch.

 

In den Ergebnissen spiegelt sich das aber nicht ganz so deutlich wider. Zumindest die deutschen Goldlöwen stehen für klassische Designleistungen wie Kalender, Bücher und Packaging.

Das stimmt. Die Jury war zwar sehr professionell aber doch noch recht klassisch aufgestellt. Mit bestimmten Installationen, die ich sehr sehr gut fand, konnten andere Kollegen nicht viel anfangen.

 

Das heißt, Sie haben ganz persönliche Favoriten, die nicht zum Zuge kamen?

Zumindest für den Grand Prix konnten meine Lieblingsarbeiten nicht nominiert werden. Das lag aber auch daran, dass es sich bei beiden Projekten um Social Work handelt, und das ist hier vom Rennen um den Grand Prix ausgeschlossen.

 

Hier dürfen Sie Ihre ganz persönlichen Gewinner küren. Voilà.

Gerne. Es lohnt sich wirklich, diese Arbeiten anzuschauen. Projekt Nummer 1 ist die Aufklärungskampagne A Campaign designed to drop, die TBWAHuntLascaris in Johannesburg für das Southern African Counter-Trafficking Assistance Programme realisiert hat. Es geht darum, auf das Problem des Menschenhandels aufmerksam zu machen und zwar, in dem man Settings kreiert, die genauso aussehen wie die Orte, an denen das Problem auch in Wirklichkeit auftaucht. So werden Menschen dazu gezwungen, sich das Unvorstellbare vorzustellen und dem Problem in die Augen zu sehen.

 

 

 

Favorit Nummer 2 ist Green Pedestrian Crossing – also auch ein Projekt im öffentlichen Raum. DDB in China hatte die ganz simple Aufgabe, Menschen zu Fußgängern zu machen. Im Auftrag der China Environmental Protection Foundation platzierten sie das Bild eines vertrockneten Baums auf einer Fußgängerkreuzung. An den Straßenseiten waren Schwämme angebracht, die, wenn man auf sie trat, grüne – selbstverständlich umweltfreundliche – Farbe verspritzen und den Baum ergrünen ließen. Ein großartiges Projekt, hervorragend umgesetzt.

 

 

 

Cannes Lions 2010. Joachim Sauter im Interview – Teil 1

Cannes Lions 2010. Joachim Sauter im Interview – Teil 2

 

 


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