Version 2.0 des Fonteditors Glyph

Farbige Schriften, Webfonts und TrueType-Hinting gehören zu den Neuerungen des Upgrades.



GlyphsLogo

Georg Seifert und sein Team veröffentlichten jetzt die Version 2.0 des Mac-Fonteditors »Glyphs«.

georg-seifert

Neue Formate: Webfonts, Color Fonts

Um Webfonts zu produzieren, musste man bisher einen Desktop-Font erzeugen und diesen dann mit einem Webservice konvertieren. Glyphs 2.0 erlaubt den direkten Export von Webfonts in den Formaten WOFF, WOFF2 und EOT. Damit sind alle modernen Browser abgedeckt.

Gleichzeitig kann der Zeichensatz der Webfonts automatisch beim Export reduziert werden, um Speicherplatz und damit kostbare Bandbreite einzusparen. »Viele technische Folgeprobleme können mit dem neuen Ansatz vermieden werden«, erklärt Seifert. »Glyphs berechnet beim Subsetting das Kerning und die OpenType-Features wesentlich effizienter neu, als es ein Webservice mit der kompilierten Schriftdatei könnte.«

Außerdem unterstützt Glyphs 2.0 neue Farbformate. Direkt aus Glyphs heraus können Emoji-Fonts für Apple-Geräte produziert werden. Aber auch die von Microsoft vorgeschlagene Variante mit eingebauten Farbtabellen kann mit Glyphs erstellt werden. Glyphs 2.0 bietet sowohl für diese Farbschriften als auch für klassische Layer-Fonts eine farbige Voransicht und umfassende Möglichkeiten der Bearbeitung, darunter auch ein neues Mehr-Ebenen-Werkzeug.

colorseverywhere

Bessere Unterstützung für TrueType

Viele Systeme, u.a. Microsoft Windows, bevorzugen Schriften im TrueType-Format. Die Erstellung von TrueType-Schriften war bisher allerdings sehr umständlich und aufwändig, wird aber mit Glyphs 2.0 wesentlich erleichtert. So lassen sich TrueType-Instruktionen für eine verbesserte Bildschirmdarstellung in eine Schrift einpflanzen.

»Mit einem Knopfdruck lassen sich jetzt gleichzeitig perfekte TTFs für Office-Anwendungen und hochwertige OTFs für das professionelle Desktop-Publishing produzieren. Das bedeutet eine enorme Zeit- und Arbeitsersparnis für Schriftgestalter«, erklärt Georg Seifert.

Intelligentes Formen-Recycling

Ein Hauptproblem der Schriftgestaltung bilden unter verschiedenen Bedingungen wiederkehrende Formen. Eine Änderung in einem Detail hatte bisher viel Nacharbeit zur Folge, weil die Änderung auf viele andere Buchstaben übertragen werden musste. Glyphs 2.0 bietet für dieses Problem gleich mehrere neue intelligente Lösungen.

Neuen Eckkomponenten (»Corner Components«) erlauben das dynamische Einfügen von Pfadfragmenten in einen Buchstaben. Damit wird vor allem die Verwaltung von Serifen deutlich effizienter. Runde Übergänge werden an den Stamm angepasst, sogar bei Diagonalen wie etwa beim K.

Mit sogenannten »Smart-Komponenten« können ganze Buchstabenteile dynamisch an ihre Umgebung angepasst werden. Einfache Zeichen in fernöstlichen Schriften, sogenannte Radikale, werden in anderen Zeichen wiederverwendet, aber meist schmaler oder weniger hoch, um Platz für eine Zusammensetzung zu machen. Legt man die Radikale nun als Smart-Komponenten an, kann man sie mit benutzerfreundlichen Schiebereglern perfekt ihre jeweilige Umgebung fügen.

Seifert: »Smart-Komponenten sind aber auch in der lateinischen Schriftgestaltung von Nutzen. Ich kann Buchstabenteile wie den Bogen des kleinen n wesentlich leichter in Buchstaben wie den gemeinen m und h erneut verwenden. Wenn ich später die Form des Bogens ändern will, muss ich nur noch die Smart-Komponente bearbeiten.«

smartcomponents

Exotische Schriftsysteme

Glyphs 2.0 bietet entscheidende Verbesserungen im Non-Latin-Bereich, vor allem bei komplexen Schriftsystemen wie Arabisch oder den indischen Schriften wie Devanagari oder Gujarati.

So passen sich etwa in Devanagari bestimmte Vokale in ihrer Länge an den folgenden Buchstaben-Cluster an. Bisher musste dafür ein Designer unzählige Messungen durchführen und mühsam Ersetzungen von Vokal-Varianten implementieren – ein Prozess, der mitunter mehrere Tage in Anspruch nahm. Glyphs 2.0 hingegen kann diese komplexen Ersetzungen per Knopfdruck automatisch berechnen.

Eine Volllizenz für Glyphs kostet EUR 249,90, das Upgrade von älteren Versionen ist für EUR 124,90 erhältlich. Gleichzeitig mit der Produktvorstellung wurde auch eine völlig überarbeitete Webseite  lanciert

baddaboom



Kommentieren

Einfach mit dem PAGE Account anmelden oder Formular ausfüllen

Name *

Email *

*Pflichtfeld

Ihr Kommentar *

 
 

Das könnte Sie auch interessieren