Type Directors Club New York: Ausgezeichnete Schriften Teil 3

Neben den vielen großartigen Artworks prämiert der Type Directors Club auch Schriften, die wir Ihnen in drei Teilen vorstellen. Heute eine charaktervolle Antiqua, eine Type mit Ecken und Kanten, ein mittelalterlich angehauchter Font und kursive, chinesische Schriftzeichen.



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Froben Antiqua

Der Schweizer Schriftgestalter und Grafiker Ueli Kaufmann studierte Visuelle Kommunikation an der KABK in den Haag und der ZHdK in Zürich und absolvierte anschließend das Trainee-Programm von Dalton Maag. Dann entschloss er sich, den Masterstudiengang Typeface Design an der University of Reading zu belegen und entwickelte die Froben Antiqua als Masterarbeit. Es ist eine charaktervolle Schriftfamilie, konzipiert für Editorial und Book Design. Die Proportionen und einige Details, die der Schrift sowohl in kleinen wie auch in grossen Graden Charakter verleihen, sind inspiriert von den Werken der berühmten Basler Renaissance Drucker Johann und Hieronymus Froben. Klare Unterscheidung von geraden und runden Formen und eine fein abgestimmte Unterscheidung von Buchstabenweiten führen zu einem unverkennbaren Gesamtbild aller Schnitte. Besonderes Augenmerk legte Ueli Kaufmann nicht nur auf das Verhältnis zwischen Regular und Italic, sondern auch auf die grundlegende Differenzierung von Text und Displayschnitten.

Details der Textschnitte verweisen auf das Feilen von Schrift Stempeln und auf Abnützungen am Schriftmaterial. In großen Graden führt das zu einer rauen und kantigen Erscheinung, in kleinen Grössen erzeugt es eine besondere Klarheit. Charakteristiken der Regular werden in der Italic noch stärker akzentuiert. Variierende runde Formen mit verschiedenen Konstruktionsweisen werden mit geraden Stämmen in verschiedenen Winkeln kombiniert. Das so erzeugte energische «Pattern» unterscheidet sich grundsätzlich von der Regular und dient so der erwünschten Unterscheidbarkeit.

Die Display Versionen sind nicht nur enger und schärfer geschnitten. Während ihre Formen einen Bezug zur Renaissance behalten, bedienen sie sich noch freier bei späteren historischen Modellen. Eine flache Konstruktion von Einläufen lässt runde Formen trotz der starken Kompression ihren Charakter behalten, was sich im eigenwilligen Schriftbild abzeichnet.

Die griechischen Begleiter der Froben Antiqua orientieren sich an der organischen Erscheinung von byzantinischen Hand- und griechischen Renaissance Druckschriften. Während Ueli Kaufmann die Regular durch den Einsatz von einigen historisch korrekten statischeren Formen etwas normalisierte, behält die Italic geschwungenere Buchstabenformen. Die griechischen Schnitte entsprechen den lateinischen somit in den Referenzen an die selbe Zeit, in ihrem Grauwert und Kontrast, und der Behandlung von konstruierten Details. Die Akzentuierung des grundsätzlichen strukturellen Unterschiedes beider Schriftsysteme aber, führt zu einem spannenden Kontrast im gemischten Satz.

 

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Mikser

Von dem tschechischen Designer Filip Kraus kommt die Schriftfamilie Mikser, deren M an das McDonalds Logo erinnert und die auch sonst ganz schön provozierend daherkommt. Zum Beispiel mit den abgeschnittenen Buchstaben K und R oder dem E, das aussieht wie eine spiegelverkehrte 3. Prominent tritt auch der kurvige Schwanz des Q auf. Die ungewöhnliche Familie gibt es in zehn Schnitten: Light, Regular, Medium, SemiBold und Bold jeweils plus Kursive. Kaufen kann man sie über die Prager Foundry Briefcase Type, sie kostet 289 Euro.

 

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Acanto

Der mexikanische Typedesigner und Lettering Artist Jonathan Cuervo wurde für seine Schrift Acanto ausgezeichnet. Die Type erinnert an vergangene Zeiten und würde sicher in allen Gestaltungen zum Thema Fantasy eine gute Figur machen. Zu kaufen gibt es Acanto momentan noch nicht.

 

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Zhang Weimin

Den Geist kursiver Schrift zu bewahren, darum ging es dem Designer Zhang Weimin aus dem chinesischen Shenzhen in seinem Projekt »The spirit of cursive script«. Neben dieser eher künstlerischen Aktivitäten betreibt Zhang Weimin auch die Brand Consultancy Wesen.

Hier gibt es noch mehr spannende TDC-prämierte Schriften: Type Directors Club New York: Ausgezeichnete Schriften Teil 1, Type Directors Club New York: Ausgezeichnete Schriften Teil 2





Ein Kommentar


  1. Diana Cabral

    Great article!


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