Monotype kauft Fontshop: Das sagt die Community Teil III



 

Für Veronika Burian, Mitgründerin von TypeTogether, wird der Name Monotype mehr und mehr zum Symbol von Monopol. Sie würden die genauen Beweggründe von Fontshop interessieren.

 

 

 

Vor knapp einer Woche wurde bekannt, dass das US-Unternehmen Monotype den Fontshop gekauft hat. Wir fragten Designer und Typedesigner was ihr erster Gedanke war, als sie von dem Deal hörten und was sie jetzt, ein paar Tage später darüber denken.

 

Sechs Kreative haben bereits ihre Meinung gesagt, diese Statements finden Sie hier und hier.

 

 

 

 

Veronika Burian, Type Together, Prag

 

Monotype lässt nicht davon ab, seine Konkurrenz aufzukaufen. Der Name Monotype wird mehr und mehr zum Synonym von Monopol. Schade, dass FSI sich zu dem Verkauf entschlossen hat. Mich würden die genauen Beweggründe interessieren.

 

Marcus Sterz, FaceType, Wien

 

Mein erster Gedanke war erstmal der Schock, dass es nach Myfonts nun Fontshop trifft. Für mich waren die zwei immer Konkurrenten im gesunden wirtschaftlichen Sinne: Vielfalt an Angebot für den Endkunden und Vielfalt an Promotionmöglichkeiten samt Verhandlungspielraum für Gestalter. Gesunde Konkurrenz fördert die wirtschaftliche Kreativität.

So nach und nach kamen dann Überlegungen, wie es nun in Zukunft aussehen wird: Schriftdesigner haben künftig praktisch keine Möglichkeit, mit Schrift gut Geld zu verdienen, ohne dass Monotype mitkassiert. Da Monotype schon bisher die Rolle des bösen Imperiums hatte (um den unvermeidlichen Vergleich mit Star Wars zu bemühen), ist das vorderhand mal schlecht fürs eigene Karma.

Weiters ist eine Quasi-Monopolstellung nie gut für eine Branche an sich. Je größer ein Mitbewerber wird, umso eher führt es dazu, dass andere kleine wie youworkforthem oder hypefortype an den Rand gedrückt werden und schließlich ganz verschwinden. Veer hat sich ja auch ohne viel Aufhebens auch aus dem Business verabschiedet.

Man hat also nun die Wahl sich der Aufmerksamkeit wegen google fonts anzudienen und/oder – wenn man das ganze nicht wie ein Orchideenzüchter betreiben möchte – für eine Tochter von Monotype. Keine gute Perspektive.

Ich genieße die Arbeit mit Fontshop (und Myfonts) sehr und hoffe, dass sich an dieser Atmosphäre nichts ändert.

 

Verena Gerlach, Designerin, Berlin

 

Ich finde die Übernahme nicht besonders schlimm, da ich Fontshop schon lange nicht mehr für das Independent Label halte, als das es immer gesehen wird. Es ist immerhin ein Riesenladen, der viel Einfluss auf die Branche hat.

Die Leute bei Monotype werden schon wissen, was dieses Image bedeutet, und dass auch sie es weiter pflegen müssen. Ich finde es sogar gut, dass meine Fonts so noch weitere Verbreitung erlangen können. Monotype ist ein seriöses Label, und der Fontshop Vorstand wird schon gewusst haben, dass das hier kein Pakt mit dem Teufel ist, oder sie ihre Designer im Stich lassen. Da vertraue ich FS voll und ganz.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich bei Monotype auch weiter für die hohe Qualität der FontFonts einsetzen. Ich hoffe sehr, dass es sich für die festangestellten Fontshop Mitarbeiter positiv entwickeln wird. Zumal es sich abzeichnet, das Fontshop als Sublabel erhalten bleiben wird.

Als Gestalterin, die mit Schriften arbeitet kaufe ich meine Fonts in erster Linie sowieso schon lange bei den »echten« Independent Labels, beziehungsweise den hervorragenden kleinen Schriftenvertrieben.

 

Jarno Lukkarila, Typolar, Helsinki

 

I was surprised, since FontShop has profiled as a business owned and run by designers themselves.

Independent type designers would profit from a big distributor who would stand for their rights and profession. That means requiring professional fonts, keeping reasonable prices and setting no pressure to under price typefaces in change for visibility in PR. I suppose many designers saw that in FontShop, although they adopted discounts and price competition already long before the buy off.

Hope FontShop has a possibility to use their inherent designer-connection inside the new organization the way our profession will benefit from it.

 

Emmanuel Rey, Swiss Typefaces, Territet

We took it very positively: resellers and foundries being acquired will only reinforce our image as a strong brand and our fonts as a coherent and exclusive assortment by only two in-house designers.

In opposition to this takeover creating a larger and insipid actor in the type design business, it motivates us even more to run our company accordingly to our principles: only top of the range design products, a strong identity, a lifestyle proposal.

 




Kommentieren

Einfach mit dem PAGE Account anmelden oder Formular ausfüllen

Name *

Email *

*Pflichtfeld

Ihr Kommentar *

 
 

Das könnte Sie auch interessieren