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Wie ticken eigentlich Fontkäufer? Die Nutzerstudie von Mary Catherine Pflug aus den USA liefert erhellende Einblicke.



Die US-Amerikanerin Mary Catherine Pflug studierte zunächst Fine Arts mit Schwerpunkt Grafikdesign an der South Carolina Governor’s School und danach International Business am Rollins College in Winter Park, Florida. Für ihren Bachelor untersuchte sie Gewohnheiten von Kreativen beim Schriftenkauf: Woher beziehen sie ihre Fonts? Was ist ihnen wichtig? Kaufen sie spontan oder überlegt? Was halten sie von Discounts? Welche Rolle spielt die Zahl der Schriftschnitte? Greifen sie eher zu, wenn es einen Font der Familie gratis gibt? Insgesamt 44 Fragen stellte Pflug, die heute bei MyFonts arbeitet, und bekam 765 Antworten , die sie auf Medium.com veröffentlichte. »Als Typedesignerin mit vielen Freunden, die auch Fonts gestalten, höre ich viele Meinungen, Beschwerden, aber auch Ideen zum Thema Schriften verkaufen«, erzählt sie. Fast nie machte sich aber jemand Gedanken darüber, was die Leute, die Fonts kaufen und anwenden, denken. »Mir scheint jedoch die Meinung der Konsumenten mindestens so wichtig, wenn nicht wichtiger zu sein als die der Typedesigner.«

Die Antworten, die Pflug in einem PDF zusammenfasste, sind ungemein interessant, man erfährt zum Beispiel, wo Anwender Fonts downloaden. Dass 88 Prozent zu MyFonts gehen, ist eher keine Überraschung, aber 85 Prozent kaufen auch auf den Websites einzelner Typedesigner (die Befragten hatten die Möglichkeit, mehrere Antworten zu geben). Interessant auch, dass 64 Prozent angaben, eine Schrift, die sie mögen, zu kaufen, auch wenn sie gerade kein passendes Projekt haben, um sie einzusetzen. Bei einer Type, auf die ein Discount von 80 Prozent oder mehr gewährt wird, denkt mehr als die Hälfte der Befragten, dass sie von schlechter Qualität sein muss. Erstaunlich: Nur 19 Prozent gaben zu, schon mal einen Font ohne korrekte Lizenz verwendet zu haben. Wer Schriften verkaufen will, sollte sich diese Studie unbedingt anschauen. Denn nur wer seine Käufer und solche, die es werden wollen, kennt, kann passende Angebote machen. Pflugs »Font Purchasing Habits Survey« können Sie von www.page-online.de/so-ticken-type-user herunterladen.

Was Brancheninsider wie Göran Söderström, Bruno Maag Ulrike Rausch oder die TypeMates beim Gründen ihrer Foundries erlebten und was sie Typedesignern ans Herz legen, lesen Sie in der PAGE 06.2017, die hier im Shop erhältlich ist.


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