Hurra, hurra, die Fliegenprobe ist da!

Nach über zwei Jahren Arbeit ist es nun endlich soweit: die Fliegenprobe — die womöglich letzten handgesetzten Schriftmuster — erscheinen in Kürze in einer limitierten Auflage von 150 Stück.



Nach über zwei Jahren Arbeit ist es nun endlich soweit: die Fliegenprobe — die womöglich letzten handgesetzten Schriftmuster — erscheinen in Kürze in einer limitierten Auflage von 150 Stück.

Initiiert wurde dieses Mammut-Projekt im Juli 2008 von den Typografie-Dozenten Oliver Linke und Michael Wörgötter von der Designschule München und der Leiterin der Handsatzwerkstatt Fliegenkopf, Christa Schwarztrauber. Was zunächst als internes Projekt von Studenten der Designschule begann, war letztendlich nur durch tatkräftige Unterstützung von knapp 100 freiwilligen »Nachwuchssetzern« aller Couleur zu vollbringen.

Bevor das Projekt diese Ausmaße annehmen konnte, galt es zunächst die über 200 Holz- und Bleischriften, welche sich in den 20 Jahren seit Gründung der Handsatzwerkstatt Fliegenkopf angesammelt hatten, zu sichten und zu katalogisieren. Dies geschah hauptsächlich durch den harten Kern von Dozenten und Studenten, die seit der Anfangsphase dabei waren. Von jeder Schrift wurden Probewörter auf einer Korrex-Abziehpresse abgezogen und klassifiziert, sowie Schriftentwerfer, Entwurfsjahr und Gießerei erfasst. Ersteres galt nicht unbedingt als größtes Problem — letzteres schon eher.

In der nächsten Phase galt es, eine gestalterische Form für die unzähligen Schriften und die dazugehörigen Informationen zu finden. Wenn man bedenkt, dass jeder Entwurf eine zeitraubende und vor allem kräftezehrende Montage erfordert, überlegt man sich jeden gestalterischen Eingriff mehrfach, da »An-vertikaler-Mittelachse-Ausrichten« in diesem Fall nur manuell möglich ist.

Nachdem alle Schriften in akribischer Geduldsarbeit gesichtet wurden, ein System zur Orientierung in den unzähligen Schubladen der Werkstatt gefunden, die Papierwahl festgelegt, das Layout ausdiskutiert, die möglichen Farbkombinationen für die einzelnen Klassifikationen durchgespielt und alle fehlenden Informationen eingeholt wurden, konnte das Projekt endlich starten: Einmal wöchentlich öffnete die Werkstatt abends für mehrere Stunden. Jeder Freiwillige, der sich in dem Spiel mit den Bleilettern probieren wollte, war willkommen. Normalerweise kosten die Kurse in Christas Werkstatt einen kleinen aber feinen Obulus und sind sehr begehrt – jeden Mittwoch gab es das Ganze nun komplett für umsonst. Kein Wunder, dass die Werkstatt sich nach einem öffentlichen Aufruf auf slanted.de von Woche zu Woche füllte. Trotz der ursprünglich avisierten 12 Monate, erschien das erste gebundene Exemplar erst vor wenigen Wochen – und das sind wohlgemerkt erst die Bleischriften.

Vertrieben wird das Muster über die Handsatzwerkstatt Fliegenkopf.
Kostenpunkt: 300 Euro. Richtig: Für dieses Geld lässt sich Schrift wesentlich günstiger erwerben. Man könnte das Geld auch in BP-Aktien investieren, oder sich 300 Cheeseburger leisten. Wenn man jedoch bedenkt, wievielt Arbeit, Material und vor allem unbezahlte Arbeitszeit (=Leidenschaft) in diesem Buch stecken, der sollte schleunigst zugreifen, denn noch gibt es das Teil zum Subskriptionspreis von 250 Euro!

Band 2 mit Plakatschriften in großformatigem Druck erscheint in Kürze.

Weiter Infos unter: www.lazydogs.de/fliegenprobe
Bestellungen per Email an: info@fliegenkopf-muenchen.de


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