Ghostletters Vienna – demontierte Schriftzüge im öffentlichen Raum erhalten

Wie man diesem typografischen Retro-Charme ein Denkmal setzen kann – Grafikdesigner Tom Koch startete eine interaktive Kampagne.



NEON LANG Reklame Buchstaben
NEON LANG Reklame Buchstaben © Daniel Gerersdorfer

 

Alte Reklame-Schriftzüge, die über dem Friseursalon von nebenan, der Bäckerei um die Ecke oder dem Antiquitätenladen an der nächst größeren Straße prangen, zieren viele urbane Räume. Oft nehmen wir die längst überholten, teils halb demontierten Ghostletters gar nicht wahr, so sehr haben sie sich ins Stadtbild integriert, sind mit Häuserwänden verschmolzen, übersprüht oder fast nicht mehr lesbar.

Und doch haben die alten Schriftzüge irgendwie einen Retro-Charme, die – würden sie auf einmal verschwinden – eine Lücke hinterließen. Das dachten sich auch der Grafiker Tom Koch aus Wien und die Fotografen Daniel Gerersdorfer und Paul Schleicher, ebenso Wiener.

Sie entwickelten eine Idee, mit der sie den flüchtigen Zeitzeugen aus der Typografie im urbanen Raum ein analoges Denkmal schaffen möchten, bevor die Ghostletter gänzlich und stillschweigend verschwinden. Das auserwählte Medium ist naheliegenderweise ein Buch.

Die Wiener Bewohner sind dazu aufgerufen, aktiv an der Bebilderung des geplanten Buches teilzuhaben. Sie können Bilder von Ghostlettern oder gesichtete Beispiele an die Facebook Community des Wien Museums, das Tom Koch und seine beiden Fotografen-Kollegen als Partner gewinnen konnten, senden.

Ende Juni werden dann circa 100 der interessantesten Sichtungen neu fotografiert und erhalten einen Platz in dem geplanten Buch »Ghostletters Vienna« – mit Namensnennungen der Entdecker. Im Übrigen sollen neben den Fotostrecken auch redaktionelle Beiträge die bildlichen Inhalte ergänzen. Beispielsweise wird Typoexperte Erwin K. Bauer drei der Fundstücke typografisch analysieren.

Zudem organisierten die Initiatoren des Projektes nicht nur diese Crowdsourcing-Aktion, sondern richteten auch eine Crowdfunding-Kampagne ein. Wer sich dazu entscheidet, das Buch mitzufinanzieren, erhält entweder das fertige Buch selbst oder ein anderes exklusives Danke, das beispielsweise ein Poster, eine Postkarte, ein persönliches Porträt mit einem Ghostletter oder ein individuell produzierter Neonschriftzug (das natürlich nur für großzügige Unterstützer) sein kann.

Wer es unterstützenswert findet, der kann auf der Crowdfunding-Kampagnen-Website helfen: Ghostletters Vienna Book. Zur Website von Ghostletters Vienna geht es hier. Zur Facebook Site des Wien Museums, wo man die bisher gesammelten Bilder und Ideen sehen und einsenden kann, geht es hier.

 

Bisher – von Daniel Gerersdorfer und Paul Schleicher fotografierte Ghostletters:

 

 





Ein Kommentar


  1. Sam Roberts

    I love this project, and can’t wait to see it in published form!


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