Blutige Schrift, die heilen soll

Natascha Stellmach tätowiert Sehnsüchte und Ängste in die Haut, ohne Farbe, aber mit kathartischer Wirklung. Anmeldung noch bis heute Abend.



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Schrift ist immer auch eine Manifestation, das Einschreiben von Erinnerung, eine Offenbarung.

Auch deshalb schreibt Natascha Stellmach in die Haut und zwar mit einer Tätowiermaschine ohne Tinte, die Schrift entsteht durch das eigene Blut. Doch das ist jeweils immer nur der Abschluss ihrer halböffentlichen Performances von denen am 25. und 26. Juli 2015 zwei im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe stattfinden. Im Rahmen der Tattoo-Ausstellung, die für reichlich Furore sorgte.

Bis heute Abend noch kann man sich unter tattoo@mkg-hamburg.de zu einer ihrer Performances anmelden.  Bekommt man einen Platz, wird die Australierin sich mit einem hinsetzen, Face-to-Face und privat und über Ängste und Sehnsüchte sprechen, darüber, was man vielleicht überwinden, hinter sich lassen möchte, was man sich wünscht und begehrt.

Gemeinsam sucht man nach einem Wort, das die eigenen Gefühle auf den Punkt bringt und das Stellmach anschließend mit der Tätowiermaschine an eine Stelle schreibt, die man selbst ausgesucht hat.

So entsteht eine Wunde, Schrift, die sich leuchtend rot abzeichnet, die Haut nach Außen öffnet – und langsam heilen wird.

Mit dem Heilungsprozess verschwindet das Wort auch wieder und bestenfalls auch dass, was man hinter sich lassen wollte, loslassen und man beginnt, sich seine Sehnsüchte zu erfüllen.

The Letting Go heißt das Projekt, das die Tattoo-Performances der Australierin auf der dOCUMENTA(13) oder der Pulse Miami weiterführt und auch ihre Auseinandersetzung mit Schrift, die damit begann, dass sie mit dem Stift ganze Texte auf Körper schrieb.

Bis heute, 23.8.15, um 18 Uhr kann man sich unter der oben angegebenen Mailadresse anmelden. Nur mündige Erwachsene werden zugelassen. Wie beim Tätowieren üblich, müssen die Teilnehmer eine Einverständniserklärung unterschreiben. Neben dem Museumseintritt entstehen keine weiteren Kosten.

Die Künstlerin selbst dokumentiert die sogenannten Bloodline-Tattoos und bittet die Beteiligten ihr einige Tage später ein erneutes Foto und ein paar Gedanken über den Prozess zu schicken.

 




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