Best-of Grafikdesign und Typografie: Die Gewinner des TDC 2017 – Teil 5

Buchstaben, die wachsen, Rum wie aus der Apotheke – und ein äußerst provokantes Trump-Plakat: Wir zeigen exklusiv die Gewinner des Type Directors Club 2017 aus New York.



Vorletzte Runde der TDC New York 2017 Preisträger, die wir exklusiv präsentieren.

Darunter die Arbeit von Ari Weinkle, die wir bereits auf PAGE online gezeigt haben: Zu den Klängen von »Lord Knows Best« von Dirty Beaches wachsen in seinem Video geschwungene K’s, G’s oder am Ende auch das Wort Growth zu den unterschiedlichsten Fantasiegebilden und typografischen Formen.

Eyecandy auf eine ganz andere Art und dazu höchst provokativ und verunsichernd ist das Trump-Plakat, das Mark Fox und Angie Wang, beide Professoren für Grafikdesign am California College of the Arts, San Francisco, entwarfen – und zwar angelehnt an das ikonische H-Signet, das Pentagram für Hillary Clintons Kampagne gestaltete.

Das Monogramm für Trump war nicht autorisiert und würde ihm auch wenig gefallen. In leuchtendem Gold und tiefem Schwarz spielt es mit Vorder- und Hintergrund, mit der Typografie und mit den Zwischenräumen, die zwischen dem Initial T und einer Swastika oszilieren, die in den Negativräumen zu sehen ist.
Schwören Trumps Anhänger auf dessen Stärke, Erfolg, Reichtum und revolutionärer unpolitischer Sprache, steht für Fox und Wang die Swastika für den Hatespeech und die nationalistische Demagogie Trumps.
In San Franciscos ultra-hipper Valencia Street aufgehängt, waren die Plakate innerhalb kurzer Zeit samt ihrer Klebestreifen verschwunden und beim Verteilen an einem Coffee-Shop meinte einer der Hipster »Wie weiß ich denn, dass es Anti-Trump ist?«.

Ähnliche Skepsis schlug den Professoren an den US-Museen entgegen, denen sie das Plakat schickten. Bisher ist es einzig im Letterform Archive in San Francisco und im Center for the Study of Political Graphics (CSPG) in Los Angeles zu sehen. In Europa hingegen waren sie erfolgreicher. Das Poster wird jetzt in den Sammlungen des Museum für Gestaltung Zürich, des Poster Museum in Warschau und dem Victoria and Albert Museum in London ausgestellt.

Den ebenfalls prämierten Wenting Zhang interessierte, ob Icons und Buchstaben ohne eine Design-Software gestaltet werden können. So entstand das Set CSS Icon, dessen Icons und Buchstaben allein mit Code gezeichnet und animiert wurden und zeigen, dass man so nicht den Limitationen von Design-Software unterliegt. Gleichzeitig ist CSS Icon eine Open Source Bibliothek mit 512 Icons und Buchstaben und eine kostenlose Plattform, um CSS-Coding zu lernen.

Wie man Typografie mit Zeit verbindet und so die Kommunikationsfähigkeit von Schrift noch erweitert, beschäftigte Riem Ibrahim, Assistant Professor am College of Architecture, Art and Design in Sharjah, Vereinigte Arabische Emirate. Entstanden sind so vier verschiedene kinetische Schriften, die physikalische Bewegungen vollziehen, schrumpfen, schmelzen, sich schütteln oder auseinander treiben.

Schönste Bewegungen vollführt auch das Branding des britischen Grafikdesigners und Typografen Tom Lane, der unter dem Namen Ginger Monkey arbeitet und den neuen Gypsy Tonic der Bohemian Revolution Beverage Company in Szene setzte.

Da das Label zwar zeitgemäß aussehen sollte, aber gleichzeitig auch so, dass es ohne Probleme in das Regal einer Apotheke im 19. Jahrhundert passen könnte, zeichnete Ginger Monkey nicht nur elegant verspielte Buchstaben und eine wunderbar plastische Schrift, sondern auch quellende Wolken und blinkende Sterne und das alles in perfekt abgetönten Farben.

Weitere TDC-Preisträger 2017: Die Gewinner des TDC 2017 – Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

ID 850


Schlagworte: , , , , , ,




Kommentieren

Einfach mit dem PAGE Account anmelden oder Formular ausfüllen

Name *

Email *

*Pflichtfeld

Ihr Kommentar *

 
 

Das könnte Sie auch interessieren