Quark: Privater Finanzinvestor kauft Publishing-Veteran

Vor 12 Jahren hatte Quark den verrückten Plan, Adobe zu kaufen. Der Versuch wurde aufgegeben und scheiterte vor allem am Widerstand der Kunden und Mitarbeiter der beiden Unternehmen. Nun ist Quark selber übernommen worden, vom Finanzinvestor Platinum Equity.



Vor 12 Jahren hatte Quark den verrückten Plan, Adobe zu kaufen. Der Versuch wurde aufgegeben und scheiterte vor allem am Widerstand der Kunden und Mitarbeiter der beiden Unternehmen. Nun ist Quark selber übernommen worden, vom Finanzinvestor Platinum Equity.

Wann immer von einem Finanzinvestor die Rede ist, die Assoziation »Heuschrecke« ist nicht weit. Dabei gibt es gute und weniger gute Heuschrecken und vielleicht könnte man manche gar als nützliche Bienen bezeichnen. In welche Kategorie der private Finanzinvestor Platinum Equity aus Los Angeles in Kalifornien fällt, ist schwer zu sagen. Ein Besonderheit ist aber durchaus, dass die Inhaber nicht nur das Finanzielle im Blick haben, sondern auch Erfahrungen im operativen Geschäft mit einbringen. Dies stellen sie als besondere Philosophie heraus, M&A&O (Merger, Aquisitions and Operations) nennt die Firma das.

Gegründet wurde das private Unternehmen von dem aus Israel stammendem Tom Gores im Jahre 1995. Die Firma hat in diesen 16 Jahren 115 Übernahmen durchgeführt, im aktuellen Portfolio befinden sich 33 Unternehmen. Die Firmen kommen aus verschiedensten Branchen, vor allem aus der Industrie, der IT-Branche sowie aus dem Bereich Logistik und Distribution. Das Geschäft läuft offenbar gut, der Finanzinvestor ist laut Forbes auf Platz 31 der größten privaten Unternehmen der USA, der 47 jährige Gründer und CEO Tom Gores ist auf der Forbes-Liste der reichsten Amerikaner auf Platz 153.

Seit Anfang 2011 suchten die bisherigen Quark-Eigentümer, die Familie Ebrahimi, nach einem Käufer. Laut Quark CEO Ray Schiavone wird sich an der Aufstellung von Quark in absehbarer Zeit wenig ändern, Mannschaft und Standorte bleiben unverändert, die Produkte werden wie geplant weiter entwickelt. Das Management in der Zentrale in Denver wird mit zwei Führungskräften von Platinum Equity ergänzt. Schon vor einigen Jahren hat Quark mit seiner Dynamic Publishing Strategie damit begonnen, neue Zielgruppen in Industrie und Handel zu erreichen, weil Konkurrent Indesign das Leben im Kerngeschäft immer schwieriger gemacht hat. War Quark XPress in den 90ern noch klar der Platzhirsch mit bis zu 90 % Marktanteil, dürfte dieser Wert in den letzten Jahren deutlich kleiner ausfallen. Auch wenn der Verkauf von Quark an den Finanzinvestor bei vielen Anwendern eine große Unsicherheit auslösen wird, es ist durchaus auch ein Chance, verlorenes Terrain wieder gut machen. Vorausgesetzt es wird wieder mehr in bessere Produkte und neue Ideen investiert.

Gründer und CEO von Platinum Equity ist der 47 jährige Tom Gores, auf der Liste der reichsten Amerikaner auf Platz 153




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