Kleiner Hack statt Livestream

Die Silent Push Notifications waren der geniale Kniff, um die Daten aus dem HealthKit der Apple Watch auszulesen.



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Bei dem Projekt »Lebende CI« von André Hennen waren Silent Push Notifications der geniale Kniff der Entwickler von appmotion, um die Daten aus dem HealthKit der Apple Watch auszulesen. Den Code dafür finden Sie hier.

Mit Apples Programmiersprache Swift entwickelten Thomas Meyer und Thimo Marquardt von der Hamburger Digitalagentur appmotion die App, die die Vital- und Standortdaten von André Hennens Apple Watch abfragt und zusammen mit der entsprechenden Textzeile auf die Portfolio-Site überträgt, damit das Logo entsprechend dargestellt wird. Für die App hätten die Developer im Grunde auch Objective-C verwenden können, aber Swift ist die Zukunft und birgt auch einige Vorteile. »Für uns war es ein gutes Trainingsfeld, um unsere Swift-Kenntnisse zu optimieren«, sagt Thomas Meyer.

Obwohl es sich nicht einfach gestaltete, an die HealthKit-Daten heranzukommen, war das eigentliche Hindernis die Apple Watch selbst. »Ein solches Gerät ist nicht darauf ausgelegt, den ganzen Tag kon tinuierlich Körperdaten zu messen und zu übermitteln. Das frisst Akku ohne Ende«, erklärt Thomas Meyer. Bei einem Live-Feed der Herzfrequenz müss te die App aktiv im Vordergrund laufen, und Smartwatch und Smartphone wären spätestens nach vier Stunden leer. Also mussten sich die Developer hier etwas einfallen lassen.

Trickserei mit Silent Push Notifications

Um die kontinuierliche Messung zu umgehen, nutzten Thomas Meyer und Thimo Marquardt einen kleinen Hack. Mit iOS 7 führte Apple Silent Push Notifications ein, die sich von normalen Push Notifications dadurch unterscheiden, dass der User von ihnen nichts mitbekommt. Push Notifications werden in der Regel dafür verwendet, der App mitzuteilen, dass auf einem Server neuer Content verfügbar ist, beispielsweise eine neue Ausgabe eines Magazins. Sie wecken die App dann für ein Zeitfenster von etwa
30 Sekunden, damit die Inhalte geladen werden kön nen. Wenn der Nutzer die App anschließend öffnet, ist der Content sofort verfügbar.

Diese Technik haben die Entwickler für das »Lebende CI«-Projekt ein wenig zweckentfremdet: Der Server sendet alle fünf Minuten eine Silent Push Notification an die Swift-App. In dem nun für 30 Sekunden offenen Zeitfenster ziehen die Entwickler mithilfe der App die Pulsfrequenz aus der HealthKit-Datenbank des iPhones. Hierbei machen sie sich zunutze, dass die Apple Watch ungefragt alle zehn Minuten den Puls aufzeichnet und in HealthKit speichert. Zudem fragt die Swift-App die Bewegungs- und Standortdaten André Hennens ab, denen sie über die API zu OpenWeatherMap die aktuellen Wetterinformationen zuordnet.

Wie genau appmotion die Silent Push Notification in der Swift-App eingerichtet hat, lässt sich dem Codeschnipsel entnehmen bereitstellen. Die Abfrage im 5-Minuten-Abstand findet Thomas Meyer hart an der Grenze des Machbaren: »Da muss der Akku schon ganz schön kämpfen – ähnlich wie beim ›Pokémon Go‹-Spielen.« Grundsätzlich werden persönliche Daten wie die im HealthKit ausschließlich auf dem Gerät gespeichert und aus Sicherheitsgründen nicht in die iCloud geladen.

Die Entdeckung: Realtime-Datenbank Firebase

Um die Infos zu Puls, Bewegung und Standort auf der Site darzustellen, übergibt die Swift-App die Daten an die Realtime-Datenbank Firebase. »Sie hat uns die Arbeit sehr erleichtert, da wir so nicht selbst Datenbankstrukturen aufbauen mussten. Alles passiert live in der Anwendung. Das ist sehr flexibel«, erklärt Thimo Marquardt. Auch nach diesem Projekt wird appmotion mit Firebase arbeiten und hat direkt zwei Entwickler in einen Workshop geschickt. Allein die Entdeckung dieses Tools war es wert, sich so für André Hennens »Lebende CI« einzusetzen.


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