Google Apps: Küchenhelfer, Dolmetscher und Staumelder

Google macht gegen Siri mobil. In einem extra eingerichteten Google Haus in Hamburg zeigt der Konzern, wie seine Services – allen voran die Sprachsuche – unser Leben leichter machen.



Ob in der Küche, im Wohnzimmer oder im Kinderzimmer – Google kann offenbar in jeder Lebenssituation helfen: Das demonstriert der Konzern in einer Villa an der Alster. Am Mittwochabend führten Google-Mitarbeiter durch die liebevoll und aufwändig eingerichteten Räume und präsentierten die Apps in verschiedenen Anwendungskontexten. Auch einige Google Glass Exemplare waren vor Ort.

»Wo ist der nächste Supermarkt?«, »Wie viele Kalorien hat eine Cola?« – Fragen, die sich zum Beispiel in der Küche stellen, lassen sich ohne Tippen per Google-Sprachsuche beantworten. Die Anwendung funktioniert mittlerweile auch auf Deutsch ziemlich gut – sogar mit fränkischem Einschlag, wie die Showköche von Punkfood Deluxe bewiesen. Auch der intelligente Erinnungs-Service kann hier helfen, der nicht nur Alarm schlägt, wenn das Brot aus dem Ofen genommen werden soll, sondern auch gleich sagt, warum und was zu tun ist.

Im Jugendzimmer helfen Google Docs, um mit anderem am Albrecht-Dürer-Referat zu arbeiten. Im Wohnzimmer lassen sich mittels Chromecast Filme kabellos vom Nexus-Tablet oder Smartphone auf den Fernseher schieben. Das praktische 30-Dollar-Gadget gibt es bislang allerdings nur in den USA. Die Vorteile von Google Hangouts zeigten sich im Fashion-Room: Damit lässt sich vor dem Ausgehen noch schnell das Outfit von den Freundinnen absegnen. 

Selbst eine Bahnhofsstation richtete Google in seiner Villa ein, um den Nutzern zu zeigen, wie Google Maps als Staumelder funktioniert. Außerdem sind hinter dem Zug-Icon sämtliche Fahrpläne der Deutschen Bahn versteckt sowie die Nahverkehrsdaten einiger deutscher Städte (mehr sollen bald folgen). Dauert es doch länger, lassen sich SMS per Sprachsteuerung versenden. Fotos vom Trip können – wenn gewollt – automatisch ins eigene Google-Konto hochgeladen und ohne eigenes Zutun optimiert werden.

Auch weitere Reisen lassen sich mit der Google-Suche planen – zum Beispiel in ein Schweizer Chalet, das im Obergeschoss der Google Villa nachgebaut wurde. Während vor dem Fenster Kunstschnee herab rieselte, zeigten Google-Leute hier, wie ausgeklügelt der Übersetzungs-Service mittlerweile funktioniert. So lässt sich mit der französischsprachigen Bedienung problemlos übers Smartphone kommunizieren: Einfach Text auf Deutsch einsprechen und das Gerät spuckt die französische Übersetzung aus. Weitere spannende Neuheit: Das Übersetzungstool kann jetzt auch Fotos der Speisekarte lesen und den Text übersetzen. So bleiben einem peinliche Situationen und (hoffentlich) ungenießbare Gerichte erspart.

Zum Abschluss ging es in die Bibliothek, in der die Besucher Google Glass testen konnten. Das Gerät funktioniert nach wie vor nur auf Englisch. Im kommenden Jahr soll es in den USA zur Marktreife gebracht werden. Nach ersten Anfangsproblemen kommt man mit Gerät erstaunlich gut zurecht. Wobei der kleine Screen vor dem Gesicht doch etwas irritiert. Ganz wichtig: Erinnerungsfoto mit Google Glass nicht vergessen.

Fazit:

Große Technik-Neuheiten präsentierte Google in seiner Villa zwar nicht, aber das Konzept verdeutlicht konsequent, wie Google das Leben leichter machen kann. Die Sprachsteuerung funktioniert auf Deutsch mittlerweile ziemlich gut. Erstaunlich sind auch die kontextuellen Antworten, bei denen Google von der einen Suche auf die nächste schließt. Beispiel: »Wer ist Angela Merkel?« und »Wie alt ist sie?«.

Erinnungsfunktion, Verkehrsdienste und Kalorienzähler machen das Smartphone zum Personal Assistent. Die Sprachsteuerung steht Siri in nichts nach – und funktioniert geräteunabhängig. Auf Nexus-Geräten sind die Dienste natürlich vorinstalliert, Apple-Nutzer müssen sich die entsprechenden Apps herunterladen, etwa »Google« für Sprachsuche und Erinnerungsservice oder Google Maps.

Natürlich muss man sich als Nutzer dabei immer fragen, ob man wirklich alle Lebensbereiche von einem einzigen Service-Anbieter managen lassen will. Was praktisch klingt, geht schließlich mit einem enormen Datenberg einher, den der Konzern über einen sammelt.

Einen Einblick ins Hamburger Google Haus gibt unsere Bildergalerie.




Kommentieren

Einfach mit dem PAGE Account anmelden oder Formular ausfüllen

Name *

Email *

*Pflichtfeld

Ihr Kommentar *

 
 

Das könnte Sie auch interessieren