Nachhaltigkeit

Angesichts endlicher fossiler Energieressourcen und zunehmender Erderwärmung ist Nachhaltigkeit das Thema der Stunde – und ein Zukunftsthema fürs Design. Denn fast alle Produkte, Services oder Medien, die Designer konzipieren und umsetzen, lassen sich am Grad ihrer Nachhaltigkeit messen; und zwar nicht nur mit Bezug auf das Endprodukt, sondern auch mit Blick auf seine Herstellung respektive Realisierung, seine Bewerbung, seine Nutzung respektive Verbrauch sowie seine Recyclingfähigkeit beziehungsweise Kompostierbarkeit.

Im Zentrum aller Bemühungen um Nachhaltigkeit steht die Devise, dass der Verbrauch nachwachsender Ressourcen zumindest nicht höher sein sollte als deren natürliche Regenerationsfähigkeit. Im Idealfall sind endliche Energiequellen oder Materialien aus fossilen Brennstoffen tabu. Auch Fairness ist ein wichtiger Faktor von Nachhaltigkeit, zum einen geopolitisch für die Produzierenden – von Kaffee und Schokolade (faire Arbeit) über iPhones (nicht gesundheitsschädliche Arbeit) bis hin zu Fleisch und Milchprodukten (faire Tierhaltung) – sowie hinsichtlich der Chancengleichheit der Verbraucher (Barrierfreiheit). Ungleichbehandlung könnte zu einer Teilung der Gesellschaft führen, was sich wenig nachhaltig auswirken dürfte (Transparenz).

Ökodesign liegt im Trend. Die allgemeine Nachfrage für umweltfreundliche, nachhaltige und faire Produkte steigt stetig. Ökoeffiziente Produktion und umweltfreundliches Design sollen Verbraucher zu einem »grünen« Kaufverhalten erziehen und sie dazu animieren, insgesamt weniger zu konsumieren, damit weniger Ressourcen verbraucht werden. Vielleicht ändert sich auf diese Weise aber auch nur der Begriff des Warencharakters schlechthin.

Der Traum der dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichteten Theoretiker und Praktiker ist es, die kapitalistische Ökonomie in einen nachhaltigen Kreislauf umzugestalten. Diesem Ziel verpflichtet, prägte Alistair Fuad-Luke (www.fuad-luke.com) 2002 den Ausdruck Slow Design, entstanden aus dem Slow-Food-Gedanken des Slow Movement (http://en.wikipedia.org/wiki/Slow_Movement).

Um nachhaltige Prinzipien in kreative Produktentwicklungsprozesse zu integrieren, achten Designer bei der Auswahl von Materialien auf die Ökobilanz und auf ökologische Auswirkungen. Besonders kurzlebige Produkte benötigen beispielsweise recyclingfähige Materialien, um den nachhaltigen Kreislauf nicht zu unterbrechen. Je langlebiger ein Produkt, desto eher ist die Verwendung »unzerstörbarer« Kunststoffe vertretbar, aber oft trotzdem nicht notwendig.

Als Experte auf dem Gebiet des Sustainable Design sei der Designer Ezio Manzini genannt, der bereits diverse Artikel zum Thema Design und Nachhaltigkeit veröffentlichte www.changedesign.org/Resources/Manzini/ManziniMenuMain.htm.

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