Layout

Mise en page: Das Anordnen von Informationen auf einer Seite, seien sie grafischer oder typografischer Natur, ist so alt wie die Geschichte des Buchdrucks. Und noch älter: Schon die Kopisten in den Klöstern des Mittelalters befassten sich mit dem angemessenen Verhältnis von Bild, Text, Weißraum und Farbigkeit auf den von ihnen kunstvoll bemalten und beschriebenen Doppelseiten. Nicht nur Bibeln wurden abgeschrieben, auch damals schon galt es, weltliche Bücher, aber auch illustrierte Flugblätter und per Holzschnitt gedruckte Flugschriften zu konzipieren und umzusetzen.

Erst mit Aufkommen des Personal Computers Ende des 20. Jahrhunderts gelangte der Begriff »Layout« – gemeinsam mit den ersten Textverarbeitungsprogrammen – in die Home-Offices und ins Bewusstsein vieler von den Gestaltgesetzen des grafischen Gewerbes gänzlich unbeeindruckter Otto Normal-User. Desktop Publishing, das bedeutete auch eine rasante Demokratisierung der Gestaltung von Druckvorlagen, um diese in Eigenregie – und in vielen Fällen leider auch mit heillos dilettantisch konzipierten und umgesetzten Layouts – in Druck zu geben.

Zumindest die in den Endachtzigerjahren aufkommenden professionellen Layoutprogramme wie Quark XPress, Adobe InDesign, FreeHand oder Illustrator, aber auch das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop, blieben – schon allein aufgrund des Anschaffungspreises – einem exklusiven Kreis aus Design- und DTP-Profis vorbehalten, der – nach einer Zeit der Umstellung auf die digitale Printproduktion – nun, Zeichentisch adé, am Rechner Layouts erstellte.

Nicht wenige professionelle Grafiker und Typografen verdrehten in der Übergangsära von der analogen zur digitalen Gestaltung die Augen angesichts der Flut des ungelenk und mit wenig grafischem Sinn und Verstand zusammengelayouteten »Schrott‘s«, der einem nicht nur auf Papier, sondern gerne auch im Straßenbild begegnete – man denke nur an die typischen Neunziger-Jahre-Ladenschilder mit Grotten-Typo und verdrehten Genitiv- oder Plural-Apostrophs. Wer hatte das bloß gestaltet? Eigentlich hätte sich doch auch einem gelernten Schilder- und Lichtreklamehersteller der Magen umdrehen müssen, statt einfach nur den Ausdruck eines vom Kunden selbst »mal eben« erstellten Textverarbeitungs-»Layouts« ungefiltert umzusetzen …, doch wir schweifen ab.

Sicher haben Sie den Sprung vom Mittelalter ins Jahr 1986 bemerkt – was war dazwischen? Seit der Erfindung des Buchdrucks mit »seinen« beweglichen Lettern entrollte das grafische Gewerbe »seine« reichhaltige Geschichte, und hat, Alphabetisierung sei Dank, die Menschen und die Gesellschaften und Gesellschaftsordnungen, in denen sie leben, verändert.

Keine kleine Sache also, von wegen Hübschmachen! Seit Anbeginn der Schrift erfinden detailverliebte, hartnäckige Schreiber und Kopisten, Grafiker, Layouter, Artdirektoren jeden Tag Zeitungen, Zeitschriften und Magazine, Broschüren, Geschäftsausstattungen, aber natürlich auch Plakate, Flyer, Sticker, Verpackungen et cetera immer wieder neu – kein Medium ohne ihr Gespür für den »Goldenen Schnitt« eines Layouts, um Text- und Bildinformationen Form und Gesicht zu geben – nicht selten in hartnäckigem Ringen mit Redakteuren und Autoren und in zahlreichen Iterationen vom Scribble oder Rohlayout bis zum mikrotypografisch einwandfreien, reingezeichneten, publikationsreifen Feinlayout.

Längst geschieht all dies – natürlich – nicht mehr nur im Printbereich, sondern auch im Web- und Mobile Design, das in den letzten Jahren rasant an Fahrt aufgenommen hat. Mit ihnen die Layouts für digitale Medien: beweglich, animiert und responsiv, auf Basis von Logarithmen und im Verbund mit Bewegtbild. Websites, Apps, Interfaces … PAGE berichtet darüber.

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