Wie General Motors mit einer Anzeige bei den Fans von Prince punktete

»Little Red Corvette«: Nach dem Tod von Prince schaltete General Motors in allen großen amerikanischen Tageszeiten eine »Werbeanzeige« – und wird dafür gefeiert. Andere bewiesen weniger Fingerspitzengefühl.



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Es dauerte nicht lange, bis große amerikanische Konzerne nach dem Tod von Prince am 21.4. ihre Websites Lila einfärbten. Und das ausgerechnet bei einem Künstler, der sogar seinen Namen aufgab, um gegen die Restriktionen von einem Großkonzern wie Warner Bros. zu kämpfen und zum Artist Formely Known as Prince wurde und dann nur noch ein Symbol als Namen trug.

Es ist natürlich generell ein schmaler Grad auf dem man sich bewegt, wenn man den Tod Prominenter nutzt, um die Aufmerksamkeit auf seine Produkte zu lenken. General Motors aber wagte es dennoch, und stieß bei den Fans durchaus auf Begeisterung.

Landete Prince mit dem Song »Little Red Corvette« 1983 einen Riesenhit, zitierten sie die Zeile »Baby, you’re much too fast«, texteten sie um und versahen das alles mit dem Bild einer roten Corvette und dem Geburts- und Todesjahr von Prince. Mehr nicht. Noch nicht einmal seinen Namen erwähnten sie.

Als die Anzeigen bereits am nächsten Tagen in der New York Times, der Los Angeles Times, dem Vancouver Star, der Detroit Free Press und auch auf den Chevrolet Facebook- und Twitter-Accounts erschienen, gab es im Netz vor allem positive Kommentare. Mehr als 14.000 Mal wurde sie zudem geteilt.

Adweek nannte die Anzeige zudem

»eine liebevolle schlichte Message von einer Marke, der der Sänger höchstpersönlich geholfen hat, unsterblich zu werden«

Der Multi-Technologiekonzern 3M, der in Minneapolis ansässig ist, färbte sein Logo Lila ein und versah es mit einer Träne, während der Lebensmittelhersteller General Mills, der ebenfalls in Prince Heimatstadt sitzt, sich dazu hinreißen ließ, ein »Rest in Peace« zu veröffentlichen bei dem es den Punkt über dem i mit einem Lilafarbenem Cherrio versah – und für wütende Reaktionen sorgte.

Ähnliche Ausfälle hatte es bereits beim Tod von David Bowie im Januar gegeben als die Schuhmarke Crocs in einem Twitter-Post ein Paar ihrer Schuhe mit dem Regenbogenfarbenen Blitz versah, einem Markenzeichen Bowies. Die Proteste waren so laut, dass sie den Post löschten. Doch auch Marken wie Google und Diesel nutzen die Aufmerksamkeit, die Bowies Tod generierte, während die Breast Cancer Care »We can be heroes« postete und London Heathrow ein Foto von Bowie auf dem Flughafen mit der Zeile »Ground Control to Major Tom« versah – und sie durchaus für sehr unterschiedliche Reaktionen sorgte.

General Motors aber hat anscheinend gezeigt, wie man es richtig macht. Kaum war die ganzseitige Anzeige in den Zeitungen erschienen, forderten die Fans sich gegenseitig auf, diese als Erinnerung zu erstehen.

 




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