Warum Identitys von Innen heraus wachsen und Zeit brauchen

Eine Gemeinschaft werden: In Zusammenarbeit mit der Berliner Agentur kleiner und bold und in einem ungewöhnlichen Design Prozess entstand ein neues Erscheinungsbild für die Hochschule Bremen …



Becher & Jutebeutel

Bereits 1982 wurden fünf Fachhochschulen in Bremen zur Hochschule Bremen (HSB) zusammengeschlossen. Richtig zusammengewachsen jedoch sind sie nicht. Vor allem auch nicht in der Kommunikation. Jeder hatte ein eigenen Corporate Design, jeder benutzte unterschiedliche Kanäle – und wie die HSB sagt, war der Streuverlust in der Kommunikation groß.

Da diese in Zeiten, in denen das Hochschulsystem vermehrt um Gelder, bewilligte Stellen und auch Studierende kämpfen muss, besonders wichtig ist, begann man sich in Bremen darüber Gedanken zu machen, wie man den Wechsel von einzelnen Interessen zu einer gemeinsamen Idee schaffte, wie man einen gemeinsamen Wertekanon erarbeitete auf den sich wirklich alle einigen konnten, von den Lehrenden zu den Studierenden, den Referraten und Mitarbeiten – und dieser sich in einem neuen Erscheinungsbild wiederspiegeln sollte.

In einem Agenturwettbewerbs entschied die Hochschule sich im Mai 2014 für die Berliner Agentur kleiner und bold – und die begann nicht damit, Designvorschläge zu machen, sondern  intern erst einmal die Akzeptanz für den schwierigen Prozess zu schaffen, in dem jeder Zweig etwas von seiner ganz eigenen Identität opfern musste.

Fünf Präsentationen zum Einstieg

In ganzen fünf Präsentationen vor Studierendenvertretungen, Studiengangsleitungen, Dekanaten und Referaten wurdem Gründe und geplante Schritte des gemeinsamen Corporate Identity-Prozesses dargelegt – und eine 30-köpfige Projektgruppe in Leben gerufen, an der Stellvertreter aller Bereiche teilnehmen konnten – auch die Studierenden.

Vier Nutzungsversprechen

Trends, Wettbewerber, Stärken, Schwächen und Chancen wurden in diversen Workshops analysiert, diskutiert und nach und nach kristallisierten sich vier Nutzungsversprechen heraus, die als Grundpfleier der zukünftigen Kommunikation dienen sollten.

* Internationale Kompetenzen gehört dazu, schließlich hat ein Drittel aller Studierenden internationale Wurzeln, ist ein Auslandssemester integraler Bestandteil der Studiengänge und gibt es es Austauschprogramme mit über 350 Partnerhochschulen.

* Wissenschaft für die Praxis ist das zweite, da Forschungsthemen aus der Praxis heraus initiiert werden und Abschlussarbeiten von regionalen Unternehmen begleitet werden.

* Impulse für die Entwicklung, die an der HSB durch ein großes Mentoren- und Tutorenprogramm gewährleistet wird.

* Passgenaue Angebote, die gleichzeitig viel Spielraum für die Ausgestaltung des Lernens geben – unabhängig von Bildungsbiografie oder Herkunft.

Neben den Nutzenversprechen sollen vor allem auch emotionale Werte in dem neuen Corporate Design zum Ausdruck kommen, Attribute wie perspektivenreich, verlässlich, inspirierend und weltoffen.

Enstanden ist so eine neue Bildmarke, die aus Quadrat, Rechteck und Kreuz das Symbol eines schräg gestellten Schlüssels bildet: Die Hochschule als Schlüssel zu Bildung, Beruf und Erfolg – und gleichzeitig stellt sie einen Bezug zur Stadt Bremen her, die den Schlüssel im Stadtwappen trägt.

Auf immer neue Art variiert, entstehen aus den einzelnen Elementen unterschiedliche Flächen, die die Vielfalt der Hochschule zeigen und in verschiedenen Farben ein offenes und perspektivenreiches Bild der Institution zeichnen.

»In der Zusammenarbeit mit der HSB hat sich erneut gezeigt, wie wichtig das Prozess Design bei Organisationen im öffentlichen Sektor in dieser Größe sind. (…) Identität kann man nicht machen, sie wächst von innen heraus und sie braucht Zeit,«

sagt kleiner und bold Agenturchef Tammo F. Bruns.

 

 




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