Von 1930 bis heute: So setzen sich Politiker in Szene

Passend zur heutigen Amtseinführung von Donald Trump: eine tolle Bachelorarbeit zum Thema »Die Bildsprache politischer Macht« …



Die Bildsprache politischer Macht - Einleger

Ein Politiker, der in der Menge badet, hier ein Kind hoch hält, da einer Frau die Hand schüttelt – Politiker und ihre Helfer wissen, wie man sich in Szene setzt. Kaum eins der Politiker-Bilder, die uns in den Medien begegnen, ist zufällig und nicht inszeniert.

Wie genau die Inszenierung von Machtbildern funktioniert, welche Konventionen es gibt und wie das ganze eigentlich angefangen hat, untersuchte Michael Brenner in seiner Bachelorarbeit »Die Bildsprache politischer Macht« im Studiengang Visuelle Kommunikation an der Hochschule Pforzheim.

 

Die Anfänge

 

Die Anfänge der Inszenierung verortet er in den 1930er Jahren. Mit der Entwicklung der Massenmedien ward gleichzeitig der Wunsch nach Kontrolle über das eigene »Image« geboren – und die Chance zur Propaganda-Verbreitung. Und geändert hat sich seitdem anscheinend nicht viel: Es gebe »erschreckend viele« Parallelen zwischen den Bildwelten der 1930er und heute, so Brenner.

Der Kommunikationsdesigner sichtete für seine Arbeit Fotografien von Adolf Hitler, Josef Stalin, Franklin D. Roosevelt und Benito Mussolini – ebenso wie die offiziellen Twitter-, Facebook- und Instagram-Kanäle von Barack Obama, Recep Erdogan, Baschar al-Assad und Donald Trump. Er machte dabei folgende Kategorien aus: Motive mit Kindern, das Bad in der Menge, Volksnähe und militärische Motive.

 

Unterschiedliche Vorlieben

 

Obama und Trump bevorzugen Bilder mit Kindern, Erdogan Bilder mit Massenovationen. Das wichtigste Motiv von allen sei aber die inszenierte Privatheit. Angefangen habe das schon mit Hitler im Liegestuhl – und mit seiner Schäferhündin Blondi. Das Motiv »Politiker mit Hund« ist offenbar sehr kontinuierlich – man denke nur an Bo, den portugiesischen Wasserhund der Obamas. Hat Trump eigentlich schon einen Hund?

Auch über den Konsumenten sagt die Bildsprache etwas aus: Anscheinend hat sich dessen Bedürfnis nach Nähe und Privatheit seit fast 100 Jahren nicht verändert. Und obwohl mittlerweile (fast) alle wissen, dass es sich um künstliche Welten handelt, akzeptieren wir diese Bildsprache und stellen sie viel zu selten in Frage.

Wer neugierig geworden ist: Brenners Arbeit kann man neben Semester- und Abschlussarbeiten weiterer Pforzheimer Studierenden am 10. und 11. Februar in der Werkschau der Hochschule bewundern. Einen kleinen Einblick gibt’s außerdem in unserer Bildergalerie:

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