So modern, politisch und mitreißend gestaltet kann Archäologie sein

Das Neanderthal Museum in Mettmann nahm die Flüchtlingsdebatte zum Anlass für eine politische Schau zu zwei Millionen Jahre Migration. Gestaltet hat sie das Studio KQ aus Dortmund.



Wie man eine Brücke zwischen zwei Millionen Jahren Geschichte und ganz aktuellen politischen Diskussionen baut, beweist das Neanderthal Museum in Mettmann in »2 Millionen Jahre Migration«.

Gestaltet hat die Ausstellung, die zeigt, dass Völkerwanderungen und Migration keinesfalls ein neues Phänomen sind, sondern schon immer zur Menschheit gehörten, das Designstudio und Kreativkollektiv KQ aus Dortmund (hier im PAGE Porträt).

Die als Wanderausstellung angelegte Schau wurde nach neuesten archäologischen Forschungsergebnissen und in enger Zusammenarbeit mit der Universität Köln entwickelt und wendet sich in besonderer Weise auch an Kinder.

Auch deshalb hat das Museum entschieden, die Ausstellungsinhalte in Boxen, alten Koffern und Kisten zu präsentieren und sie darüber hinaus auf unterschiedliche mediale Weise erfahrbar zu machen: Unterhaltsam werden sie über Kopfhörer, Icons, Schaubilder und Texte vermittelt.

Dazu gibt es archäologische Fundstücke und interaktive und spielerische Elemente, Infografiken und die Besucher werden auf Tafeln aufgefordert, mal reinzuhören oder reinzuschauen – und vor allem: die Inhalte selbst zu ergründen.

So schlicht wie unterhaltsam sind die Icons, die sich durch die vier Stationen der Ausstellung ziehen und von Pferden, Reitern, von Nahrungsmitteln aus vergangenen Zeiten erzählen, von Beeren, Schnecken, Käfern und auch Totenköpfen, ganz fein und licht illustriert.

Im Zentrum aber steht der Leitwürfel, den man in verschiedenste Richtungen drehen kann und der – fast ohne Worte, dafür aber mit Piktogrammen und Grafiken, durch Millionen Jahre führt.

Auf Touchscreens und in Interviews und Videos wird schließlich direkt der Bogen zur aktuellen Flüchtlingsdebatte geschlagen.

Leicht und spielerisch wirkt die Schau, die gleich zwei Millionen Jahre Geschichte erfahrbar macht, zum Lesen, Hören, Schauen und Erfahren auffordert und mit leuchtend roter Farbe und hellem Holz, in feinen Linien und mitreißend inszenierten Aufgaben, so spannend und aktuell wie das Thema selbst ist.


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