Reduziertes Theater

Hier ist weniger mehr: Die Agentur thjnk entwickelte für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg Plakate und Deli Pictures machte aus ihnen einen Kinospot.



Bild Schauspielhaus Hamburg

 

 

Während das Hamburger Schauspielhaus rund ein Jahr lang renoviert wird, werden die aktuellen Stücke auf einer provisorischen Bühne gezeigt: dem sogenannten »Spielfeld«. Die Aufführungen, die dort in der Spielzeit 2012/2013 stattfinden, hat das Schauspielhaus eigens für das »Spielfeld« von namhaften Autoren entwickeln lassen, sodass sie ohne Bühnenbild und auf minimalem Raum auskommen.

Ähnlichen Prinzipien der Reduktion folgt auch der Auftritt, den die Agentur thjnk für das Hamburger Schauspielhaus entwickelte. Kern der Kommunikation ist das Spielfeld-Logo: Die dreidimensional anmutende Wort-Bildmarke symbolisiert die Bühne, auf der die Figuren in Szene gesetzt werden. Die Holzstruktur in den Buchstaben spiegelt die Einfachheit und Rohheit der provisorischen Bühne wieder und steht gleichzeitig für »die Bretter, die die Welt bedeuten«.

Die Plakatmotive fassen je Produktion mit einer Illustration den emotionalen Kern des Theaterstücks zusammen (zu sehen sind sie in der Galerie am Ende des Artikels). Der Niederländer Aad Goudappel gestaltete sie ebenso vereinfacht wie das Spielfeld beschaffen ist. »Seine intelligente und humorvolle Art, große Themen wie Liebe, Hass, Ängste in Bilder umzusetzen, ermo?glicht alles auf einen Blick zu erfassen und lässt dennoch viel Raum fu?r die Fantasie.«, sagt die verantwortliche Kreativdirektorin Patricia Wetzel, die die Kampagne gemeinsam mit der Kreativdirektorin Patricia Pätzold verantwortet.

Bild Spot Schauspielhaus Hamburg
Bild Spot Schauspielhaus Hamburg

Screenshots aus dem Spot

Mit der Umsetzung des Kinospots zur neuen Spielzeit wurden Deli Pictures und Digitalregisseur Jan Richter aus der Abteilung Pixelbutik beauftragt. »Die spannende Aufgabe war es, den Illustrationen der Printkampagne in einem Kinowerbespot, der ohne ein einziges Wort auskommt, leben einzuhauchen.«, sagt der Regisseur. Die Motive der Printkampagne, die als Vorlage diente, hatten die thjnk-Kreativdirektorinnen Patricia Pätzold und Patricia Wetzel kreiert.

Zusammen mit dem Motion Graphic Artist Pascal Reitz von Deli Pictures entwickelte Jan Richter das Storyboard für den Spot: Sie entschieden sich, die Zweidimensionalität der Printmotive beizubehalten, um den Zuschauer – ähnlich wie beim »Spielfeld« – näher ans Geschehen zu bringen. Außerdem reduzierten sie die Framerate und gaben dem Film damit »ruckelige«, handgemacht wirkende Bewegungen. Auch das Sounddesign von Studio Funk Hamburg ist ganz puristisch. Die Folge: Je weniger man hört, desto intensiver klingen diese Geräusche.

Der fertige Spot ist im Hamburger Abaton-Kino zu sehen – und hier:

 

 




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