Pferdefuss & Mistgabel: Wie man Landwirtschaft auch in Szene setzen kann

Christoph Keck hat als Bachelorarbeit ein Saatgutmagazin entwickelt, das aufmüpfig Stellung bezieht.



Immer mal wieder geht ein Schrei durch die Presse. Wenn es Neuigkeiten vom Saatguthersteller Monsanto gibt, der, mittlerweile von Bayer gekauft, durch Missernten eine Selbstmordwelle unter indischen Bauern auslöste oder durch Unkrautvernichtungsmittel, die gleich auch die zu beschützenden Pflanzen zerstörten, von sich Reden macht.

Doch dann ist es wieder ruhig. Und zwar viel zu ruhig findet Christoph Keck, der sich in seiner Bachelorarbeit in Visueller Kommunikation an der HS für Gestaltung Pforzheim mit dem Thema Saatgut auseinandersetzte – und dabei, wie es scheint, immer wütender wurde.

Auch deshalb entwickelte er zu seinem Abschluss das Magazin Pferdefuss & Mistgabel, das nicht nur informiert, sondern auch eindeutig Stellung dazu bezieht, dass »seit 150 Jahren in der weltweiten Landwirtschaft eine noch nie dagewesene Machtkonzentration stattfindet«.

Ob es dabei um absurde Patente geht, den Verlust an Pflanzenvielfalt oder den verlorenen Bezug zu natürlichen Anbaumethoden, versteht Christoph Keck seine Arbeit als »bissigen Kommentar zum Status Quo« und stellt das auf verschiedenste Weise auch gestalterisch klar.

Dient eine entwickelte Schrift, die sich aus der OCR B und der Baskerville zusammensetzt, als Synonym für die sinnvolle Verknüpfung aus traditionellem landwirtschaftlichen Wissen und neuesten technischen Erkenntnissen, werden im Blaupausenlook Patentfälle konkreter Lebensmittel illustriert dargestellt und begehren handschriftliche Elemente schwungvoll auf.

Besonders stechen auch satirische Werbeanzeigen heraus, die z.B. Heinz Tomatenketchup mit den entsprechenden Gensaatgut-Bezeichnungen zeigen oder eine Bildergeschichte, in der der CEO von Monsanto in allerlei bedrohliche Situationen gerät, als er seine Supersorten retten will.


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