Penny macht auf Kiez-Kumpel

Personalisiert und ganz lokal: Scholz & Friends verwandelt Hamburger Penny-Märkte in Kiez- oder Schanzenviertel-Filialen, kokettiert mit dem Rotlichtmilieu und dem HSV. Ob das gut geht?



Personalisiert und ganz lokal: Scholz & Friends verwandelt Hamburger Penny-Märkte in Kiez- oder Schanzenviertel-Filialen, kokettiert mit dem Rotlichtmilieu und dem HSV. Ob das gut geht?

Lokal ist in. Statt den Blick in die weite Welt schweifen zu lassen, konzentriert man sich im Moment ganz auf seine nächste Umgebung. Und auf dieses Pferd springt – und das ist ein interessantes Novum – die Berliner Agentur Scholz & Friends jetzt für Penny auf.

»Tür an Tür mit Penny« heißt es jetzt in der Kampagne, die die Hauptstadt-Agentur für die 88 Hamburger Pennymärkte entwarf.

Penny St. Pauli heißt es zukünftig in Penny-Rot über der jeweiligen Filialtür, Penny Schanzenviertel und dazu prangt anbiedernd das Wort Kiez über dem jeweiligen Laden des Lebensmitteldiscounters der zur Rewe-Gruppe gehört und in Deutschland mehr als 2.200 Filialen betreibt.

Ein Vorbestellservice für frische Brötchen wird es geben und angeblich auch lokale Produkte im Angebot, auf die bisher aber noch nicht näher eigegangen wurde.

Der Schulterschluss aber wird umso mehr betont. Im Penny Logo schaukelt jetzt neckisch das stilisierte Hamburg Wappen und dazu gibt es auf Plakaten zu dem, zugegebenermaßen originellem Spruch, »Wir sind immer für Sie nah.« den Hamburger U- und S-Bahnplan mit allen Filialen der Hansestadt.

Ein zwiespältiges lokales Gefühl hingegen verbreiten die »Tür an Tür«-Plastiktüten auf denen wahlweise »Für den HSV drücken wir die Daumen. Für Sie den Preis« steht. Ein Spruch, der besonders auf dem St. Pauli Kiez gut ankommen wird und gleichzeitig davon zeugt, wie aufgesetzt die Kampagne doch ist.

Das gilt nach mehr für den flotten Vierzeiler »Die günstigsten Anlaufstellen auf dem Kiez: Cindy, Mandy und Penny.«, der auch auf den ersten Blick lustig erscheint, auf den zweiten aber chauvinistisch und arrogant ist – und verachtend angesichts der Situation der Kiez-Prostituierten.

Statt Green-Washing ein Fall von Social-Washing und ein Lokalkolorit, der ganz schön schwarzweiß gedacht ist.





3 Kommentare


  1. David

    Ich finde die 1. Tüte ehrlich gesagt sowas von geschmacklos und sexistisch. Für mich und viele andere die ich kenne ein Grund um den beworbenen Supermarkt nicht mehr von innen sehen zu wollen!
    Ihr solltet euch wirklich schämen!


  2. sabine danek

    Lieber Arne, ja das stimmt mit den Plakaten. Die Plastiktüten allerdings trägt man durch die ganze Stadt. Und mit dem Mandy Plakat hast du so Recht.


  3. Arne

    Ich hab das Plakat mit dem HSV-Spruch in der Nähe vom Volksparkstadion gesehen, da macht es doch Sinn. Die meisten Plakatsprüche, die ich bisher gesehen hab waren irgendwie auf das jeweilige Umfeld bezogen. Wäre auch schön blöd von Penny und der Agentur, wenn die das nicht steuern würden… Insgesamt eine witzige Hamburg Aktion, bis auf das Mandy Plakat…


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