Neue CI für das Schauspielhaus Hamburg

Am Samstag startet Deutschlands größtes Sprechtheater, das Schauspielhaus Hamburg, in die neue Spielzeit – mit neuer Intendantin und neuer CI von Velvet.



Der Auftakt von Karin Baiers sehnsüchtig erwarteter Intendanz am Schauspielhaus Hamburg hätte dramatischer nicht sein können. Rauschte im Oktober 2013 bei einem Unfall der eiserne Vorhang herunter und zerstörte die Bühne, musste die geplante Eröffnung im November samt siebenstündiger Inszenierung abgesagt werden.

An einem konnte man sich dennoch schon erfreuen. An der neuen Corporate Identity des Schauspielhauses. Bereits seit einigen Wochen strahlt ein großes, von einem Kreis umrundetes D an dem altehrwürdigen Haus, sieht man junge Asiatinnen Mercedessterne mit Stäbchen aus der Suppe fischen und Jungen so gierig trinken, dass sie sich mit Müllermilch übergießen – und dazu wird die terra incognita ausgerufen.

Die Agentur Velvet aus Luzern hat das Corporate Design entwickelt und hatte dabei fest die Absicht der neuen Intendanz im Blick, postkoloniale Erscheinungen in der Hansestadt zu beleuchten.

Deshalb hat die Schweizer Agentur darauf gedrängt, den ursprünglichen Namen des Hauses »Deutsches Schauspielhaus Hamburg« wieder einzuführen, der bei der Gründung des Theaters einst gewählt wurde, um dessen erklärtes Ziel, »deutsches Theaterschaffen« zu pflegen, zu unterstreichen.

Überlegungen zur eigenen Identität und Zugehörigkeit sollen so angeregt werden, zusätzlich durch die visuelle Anspielung an das ehemalige Autokennzeichen unterstrichen. Das D wird immer kräftig – in Schwarz oder Weiß angewendet – und kann mit starken Farbflächen ergänzt werden.

Der Name selbst wird zusätzlich zur Marke und bekommt durch das Spiel mit der Wort-Zusammensetzung Logo-Qualitäten. DeutschesSchauSpielHausHamburg heißt es jetzt.

Verwendet wurde die Schrift BP Suisse, die nur in dem Schnitt »antik« verwendet wird und eine aktuelle Weiterentwicklung der Helvetica durch die jungen Schweizer Schriftgestalter Ian Party und Emmanuel Rey.

Für das Junge Schauspielhaus wurde das Logo D mit einem Google-Landmark versehen, da es mit der neuen Intendanz in eine neue Spielstätte zieht. Zudem wurde für die Nachwuchsstätte der leichtere Schriftschnitt »regular« der BP Suisse gewählt – und die Schriften werden hier farbig eingesetzt.

Ein Segen, den Delfin, der das Erscheinungsbild des Schauspielhauses seit 2005 prägte und sich 2010 anlässlich der Sparpläne des Senats zumindest in einen Zähne fletschenden Hai verwandelte, endlich los zu sein – ersetzt durch ein programmatisches Logo, das zwar kreisrund ist, aber dennoch Ecken und Kanten hat, anregt und prägt und wie ein Gütesiegel zur Auseinandersetzung wirkt. Klar und bestimmt und kombiniert mit einer mitreißenden Bildsprache.

Mehr zum Thema Corporate Identity hier.




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