Guerilla Art: Geniales Marketing von Erik Kessels

Um für seine Ausstellung »Erik Kessels & Friends« im NRW-Forum zu werben, schickte der Mitgründer von KesselsKramer die Kunst in einer großartigen Guerilla-Aktion auf die Straße.



Die Düsseldorfer staunten nicht schlecht am letzten Wochenende. Da wurde plötzlich ein Kaninchen, das eine Belgische Waffel auf dem Kopf balancierte, über die Kö getragen, eine Dame, die sich im schwarzen Badeanzug räkelt, fuhr an einer U-Bahn-Station Rolltreppe, ein seltsamer Uniformträger lehnte am Büdchen, wanderte das Porträt einer älteren Lady den Rhein entlang und stieg ein kleiner Junge überlebensgroß und mit blutiger Nase in die Tram ein.

Wollte man erfahren, was das denn nun sollte, musste man die Bilderträger ansprechen oder auf der Rückseite der Bilder schauen, denn dort wurde eine Ausstellung angekündigt.

»Erik Kessels & Friends« heißt sie, wird am 12. August eröffnet. Und es ist natürlich klar, dass Kessels, leidenschaftlicher Sammler von Fotografien, Publizist, Künstler und Mitgründer der Amsterdamer Agentur KesselsKramer, die in einer Kirche residiert, nicht einfach ganz normal seine Schau eröffnet.

Dazu ringt er dem Leben viel zu gerne die absurden Momente ab und holt das ins Rampenlicht, was sonst eher im Verborgenen existiert: Penis-Fotos, auf denen Männer die Länge ihres besten Stücks mit Elektroweckern, Fernbedienungen, Coladosen oder Teddybären messen, eine Dame, die sich über die Jahrzehnte am Schießstand auf einem Volksfest fotografieren lässt, ein Paar, das dem Fetisch Wasser frönt oder Fotografien von Füßen, die zu Hunderttausenden im Internet existieren.

Erik Kessels Arbeiten sind jetzt erstmals in einer Retrospektive zu sehen. Gezeigt wird diese im Düsseldorfer NRW-Forum für das KesselsKramer auch das betörend krakelige Corporate Design entwarf. Unter dem Titel »Erik Kessel & Friends« hat er Künstler wie Peter Piller, Paul Kooiker, Ruth van Beek, Joachim Schmid und Joan Fontcuberta eingeladen.

Zu erwarten ist jede Menge Fotografie – neu arrangiert, installiert und in künstlerische Höhen gehoben. Und vor allem auch jede Menge Spaß. Ganz so wie die Guerilla-Aktion, auf die weitere folgen werden.

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