Fußball und Design: World Caps

Warum Baseball-Caps tragen? Il-Ho Jung und Lukas Weber gestalten Fußball-Caps für alle 32 Länder, die an der WM teilgenommen haben – mit herrlich komplexen Logos samt Monogramm.



Warum Baseball-Caps tragen? Il-Ho Jung und Lukas Weber gestalten Fußball-Caps für alle 32 Länder, die an der WM teilgenommen haben – mit herrlich komplexen Logos samt Monogramm.

 

Il-Ho Jung und Lukas Weber haben schon zusammen auf dem Bolzplatz gekickt, später gemeinsam Kommunikationsdesign an der FH Mainz studiert und auch nach der Fußball-WM teilten sie ihren Frust, dass Fanartikel oft Wegwerfmaterial und selten Alltagstauglich sind – ganz im Gegenteil zu den Baseball-Caps von US-Teams, die es sogar bis nach Europa und in den Rest der Welt geschafft haben. Schlicht und schick trägt man sie wegen der Identifikation mit einer bestimmten Stadt, zum Beispiel den Yankees für New York, oder weil einem das Design gefällt.

Eine entsprechende Kollektion haben die beiden jetzt für den internationalen Fußball designed: World Caps für alle 32 Teams, die an der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft teilgenommen haben.

Gestaltet wurde jeweils ein individuelles Club-Logo, das auf Snapback-Caps gestickt ist. Recherchiert haben die beiden dafür bei den jeweiligen Flaggen, Staatswappen, Fußballverband-Signets, zurückliegenden und aktuellen Trikots, haben sonstige fußball- und designrelevante Informationen gesammelt – und darüber hinaus nach Klischeebildern und Handwerkstraditionen, charakteristischen Mustern und kulturellen Besonderheiten gesucht. Auf Fußball-Symbole hingegen wurde gänzlich verzichtet.

Ins Zentrum der Designs haben sie ein Monogramm gestellt, das sich aus den drei Buchstaben des jeweiligen FIFA-Länderkürzels zusammensetzt und dessen Typografie das jeweilige Land repräsentiert. Umrahmt wird es von Flaggen, Wappen und anderen stilisierten kulturellen Signets des jeweiligen Landes – ohne dabei zu schwer oder zu staatstragend zu wirken.

Bei dem World Cap USA zum Beispiel, gestaltet von Jan Wilker von dem New Yorker Designstudio karlssonwilker, der einer der beiden Guest-Designer ist, die eingeladen wurden, entsteht aus dem S im Zentrum ein Dollarsign, das Wappenzeichen ist von dem Emblem der Route 66 und dem US-Verbandslogo abgeleitet, dazu gibt es drei Federn als Verweis auf die Indio-Kultur, einen Burger und so etwas wie ein Ufo, bzw. eine Drohne.

Das Wold Cap Deutschland hingegen enthält den Adler, allerdings nur in stilisierter Form, zudem ist er auf eine Stange gesetzt, zitiert die Designgeschichte und dazu haben Jung und Weber ihn seiner Schwere entledigt und ihn aus geometrischen Formen neu zusammengesetzt. Dabei lehnt er sich an die Bauhaus-Grafik ebenso an wie an Gestaltungsvorbilder wie Wilhelm Deffke (1887-1959), Vater des modernen Corporate Designs und an das aktuelle Logo des DFB.

Beim World Cap Korea hingegen ist ein Tiger zu sehen, der, inspiriert von traditioneller koreanischer Malerei, im westlichen Stil frontal zu sehen ist, für Frankreich marschieren zwei Hähne während an der Elfenbeinküste die Sonne aufgeht, sich in Australien ein Koala festklammert und der andere Gast-Designer Lance Wyman, der bereits 1968 das Logo für die Olympischen Spiele in Mexiko Stadt gestaltete und die großartigen Icons der dortigen Metro, die World Cap Mexico mit Schlangensymbol entwarf.




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